Solaranlage
Autarkiegrad berechnen: Formel, Rechenweg und Tabellen 2026
Autarkiegrad = selbst genutzter Solarstrom geteilt durch Verbrauch. Formeln, Rechenbeispiele aus Zählerwerten und Tabellen mit und ohne Speicher.
Das Wichtigste in Kürze
- Autarkiegrad = selbst genutzter Solarstrom geteilt durch den gesamten Stromverbrauch; Eigenverbrauchsquote = selbst genutzter Solarstrom geteilt durch die Erzeugung.
- Ohne Speicher deckt eine PV-Anlage laut Verbraucherzentrale typischerweise etwa 30 Prozent des Haushaltsstroms, mit Batteriespeicher etwa 70 Prozent.
- In unserer Modellrechnung mit PVGIS-Stundenwerten kommt ein Haushalt mit 4.000 kWh und 6 kWp ohne Speicher auf rund 39 Prozent Autarkie, mit 6 kWh Speicher auf rund 72 Prozent.
- Der Schritt von 6 auf 10 kWh Speicher hebt die Autarkie in diesem Beispiel nur um rund 4 Punkte, bringt rund 39 Euro im Jahr und kostet nach den Mittelpreisen der Verbraucherzentrale rund 1.000 Euro mehr.
- Im Dezember und Januar deckt selbst eine 8-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher in der Modellrechnung nur rund 40 Prozent des Verbrauchs.
Der Autarkiegrad gibt an, welchen Anteil deines Stromverbrauchs du mit eigenem Solarstrom deckst: selbst genutzter Solarstrom geteilt durch Gesamtverbrauch. Wer 4.000 kWh verbraucht und davon 1.600 kWh aus der eigenen Anlage nimmt, ist zu 40 Prozent autark. Ohne Speicher sind laut Verbraucherzentrale etwa 30 Prozent typisch, mit Speicher etwa 70 Prozent. Die Formeln, zwei Rechenbeispiele und Nachschlagetabellen folgen unten.
Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote: zwei Brüche, ein Zähler
Beide Kennzahlen haben denselben Zähler, den selbst genutzten Solarstrom. Sie unterscheiden sich im Nenner, und genau das sorgt in Angeboten und Foren für Verwirrung.
| Kennzahl | Frage, die sie beantwortet | Nenner | Wird mit größerer Anlage |
|---|---|---|---|
| Autarkiegrad (Eigenversorgungsanteil, Unabhängigkeit) | Wie viel meines Verbrauchs deckt die Anlage? | dein Jahresverbrauch | größer, aber immer langsamer |
| Eigenverbrauchsquote (Eigenverbrauchsanteil) | Wie viel des erzeugten Stroms nutze ich selbst? | die Jahreserzeugung der Anlage | kleiner |
Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Eine Anlage erzeugt 6.300 kWh, der Haushalt verbraucht 4.000 kWh und nutzt davon 1.570 kWh direkt vom Dach. Die Autarkie liegt bei 1.570 durch 4.000, also rund 39 Prozent. Die Eigenverbrauchsquote liegt bei 1.570 durch 6.300, also rund 25 Prozent: Drei Viertel des Solarstroms fließen ins Netz.
Der Unterschied ist wirtschaftlich entscheidend. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den Arbeitspreis deines Stromtarifs, im folgenden Text mit 33 Cent angesetzt. Jede eingespeiste Kilowattstunde bringt bei Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 und Anlagen bis 10 kWp laut DGS-Arbeitshilfe 7,70 Cent. Ein hoher Autarkiegrad nützt dir, eine hohe Eigenverbrauchsquote spart vor allem Anlagenkosten. Welche Größe Module und Wechselrichter haben sollten, damit beides zusammenpasst, erklärt der Guide zur Frage, wie viel kWp du brauchst; den Unterschied zwischen Leistung und Energie erläutert der Guide zu kWp und kWh.
Die Formeln ausgeschrieben
Für die Rechnung brauchst du vier Größen, alle in Kilowattstunden pro Jahr:
- E: Erzeugung der PV-Anlage, abzulesen am Wechselrichter oder Erzeugungszähler.
- N: Netzbezug, abzulesen am Zweirichtungszähler (Register 1.8.0, beim digitalen Zähler meist als “A+” oder Bezug angezeigt).
- F: Einspeisung, ebenfalls am Zweirichtungszähler (Register 2.8.0, “A-” oder Lieferung).
- L: Speicherverluste, also geladene minus entladene Energie laut Speicher-App. Ohne Speicher ist L gleich null.
Daraus ergeben sich die Kennzahlen:
| Größe | Formel | in Worten |
|---|---|---|
| Selbst genutzter Solarstrom S | S = E − F − L | was die Anlage erzeugt und nicht ins Netz schickt, abzüglich Speicherverluste |
| Gesamtverbrauch V | V = N + S | was aus dem Netz kommt plus was vom Dach kommt |
| Autarkiegrad A | A = S ÷ V | Anteil des Verbrauchs aus eigener Erzeugung |
| Autarkiegrad, Kurzform | A = 1 − N ÷ V | alles, was nicht aus dem Netz kommt |
| Eigenverbrauchsquote Q | Q = (E − F) ÷ E | Anteil der Erzeugung, der nicht eingespeist wird |
| Zusammenhang | A = Q × E ÷ V (ohne Speicher) | Eigenverbrauchsquote mal Verhältnis von Erzeugung zu Verbrauch |
Die letzte Zeile erklärt, warum beide Werte gegenläufig sind. Verdoppelst du die Anlage, verdoppelt sich E, aber Q sinkt fast auf die Hälfte, weil der zusätzliche Mittagsstrom überwiegend ins Netz geht. Das Produkt, die Autarkie, steigt deshalb nur wenig. Bei der Eigenverbrauchsquote zählen Speicherverluste üblicherweise als verbraucht; beim Autarkiegrad nicht, denn verlorene Energie deckt keinen Verbrauch.
Rechenbeispiel 1: Autarkiegrad aus den Zählerwerten ohne Speicher
Das folgende Beispiel rechnet mit erfundenen, aber typischen Jahreswerten eines Einfamilienhauses mit 5,5 kWp und ohne Speicher. Genau so gehst du mit deinen eigenen Ablesungen vor.
| Ablesung | Wert im Beispiel |
|---|---|
| Erzeugung E laut Wechselrichter-App, 1. Januar bis 31. Dezember | 5.800 kWh |
| Einspeisung F, Zählerstand 2.8.0 Ende minus Anfang | 3.950 kWh |
| Netzbezug N, Zählerstand 1.8.0 Ende minus Anfang | 2.450 kWh |
Die Rechnung in fünf Zeilen:
- Selbst genutzter Solarstrom: S = 5.800 − 3.950 = 1.850 kWh.
- Gesamtverbrauch: V = 2.450 + 1.850 = 4.300 kWh.
- Autarkiegrad: A = 1.850 ÷ 4.300 = 0,430, also 43 Prozent.
- Gegenprobe mit der Kurzform: 1 − 2.450 ÷ 4.300 = 0,430.
- Eigenverbrauchsquote: Q = 1.850 ÷ 5.800 = 0,319, also knapp 32 Prozent.
Prüfe zum Schluss den Zusammenhang aus der Formeltabelle: 0,319 mal 5.800 geteilt durch 4.300 ergibt wieder 0,43. Stimmt die Probe nicht, hast du meist Zeiträume vermischt, etwa Wechselrichterwerte ab Inbetriebnahme und Zählerwerte ab Jahresbeginn.
Wirtschaftlich bedeutet das Beispiel: 1.850 kWh mal 33 Cent sparen rund 610 Euro Netzstrom, 3.950 kWh mal 7,70 Cent bringen rund 304 Euro Vergütung. Rund zwei Drittel des Nutzens kommen also aus dem Drittel des Stroms, das im Haus bleibt.
Rechenbeispiel 2: Autarkiegrad mit Batteriespeicher
Mit Speicher kommt eine fünfte Größe hinzu. Der Speicher lädt aus dem Mittagsüberschuss und gibt abends ab, aber nicht verlustfrei. Das Beispiel nimmt eine 9-kWp-Anlage mit 8 kWh Speicher an, wieder mit erfundenen, typischen Jahreswerten.
| Ablesung | Wert im Beispiel |
|---|---|
| Erzeugung E | 9.000 kWh |
| Einspeisung F | 5.300 kWh |
| Netzbezug N | 1.400 kWh |
| Speicher geladen laut App | 1.900 kWh |
| Speicher entladen laut App | 1.710 kWh |
- Speicherverluste: L = 1.900 − 1.710 = 190 kWh, das entspricht 90 Prozent Wirkungsgrad über Laden und Entladen.
- Selbst genutzter Solarstrom: S = 9.000 − 5.300 − 190 = 3.510 kWh.
- Gesamtverbrauch: V = 1.400 + 3.510 = 4.910 kWh.
- Autarkiegrad: A = 3.510 ÷ 4.910 = 0,715, also rund 71,5 Prozent.
- Eigenverbrauchsquote: Q = (9.000 − 5.300) ÷ 9.000 = 0,411, also gut 41 Prozent.
Wer die Speicherverluste vergisst, rechnet S = 3.700 kWh und V = 5.100 kWh und kommt auf 72,5 Prozent. Der Fehler liegt bei etwa einem Prozentpunkt, also klein, aber er wächst mit der Speichergröße. Lädt dein Speicher zusätzlich aus dem Netz, etwa mit einem dynamischen Tarif, zählt diese Ladung zum Netzbezug; die Formel bleibt gleich, nur die Autarkie sinkt entsprechend. Wie Laden, Entladen und Regelung im Detail funktionieren, beschreibt der Guide zum Stromspeicher mit 10 kWh.
Autarkiegrad vor dem Kauf abschätzen: Schritt für Schritt
Vor dem Kauf fehlen die Zählerwerte. Für die Planung reicht eine Abschätzung aus zwei Verhältniszahlen, mit denen auch der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin und die Faustregeln der HTW arbeiten: PV-Leistung je 1.000 kWh Verbrauch und nutzbare Speicherkapazität je 1.000 kWh Verbrauch. Die Tabellen unten sind nach diesen Verhältnissen geordnet, deshalb gelten sie für jeden Haushalt unabhängig von der absoluten Größe.
-
Jahresverbrauch feststellen. Nimm den Verbrauch der letzten Stromabrechnung. Planst du eine Wärmepumpe oder ein E-Auto, rechne den Haushalt zunächst ohne und betrachte die Zusatzverbraucher getrennt, weil sie ein anderes Lastprofil haben.
-
PV-Verhältnis bilden. Teile die geplante Leistung in kWp durch den Verbrauch in Tausend kWh. Beispiel: 6 kWp bei 4.000 kWh ergibt 6 ÷ 4 = 1,5 kWp je 1.000 kWh.
-
Speicherverhältnis bilden. Teile die nutzbare Speicherkapazität in kWh durch den Verbrauch in Tausend kWh. Beispiel: 6 kWh bei 4.000 kWh ergibt 1,5 kWh je 1.000 kWh. Ohne Speicher ist der Wert null. Rechne mit der nutzbaren Kapazität laut Datenblatt, nicht mit der Nennkapazität.
-
Wert ablesen. Suche in der passenden Tabelle (Süd oder Ost-West) die Zeile für das PV-Verhältnis und die Spalte für das Speicherverhältnis. Liegst du zwischen zwei Werten, interpoliere linear. Im Beispiel ergeben sich rund 72 Prozent Autarkie.
-
Abschlag für die Realität. Ziehe ohne Speicher 5 bis 10 Prozentpunkte ab, mit Speicher etwa 5 Punkte. Die Tabellen beruhen auf einem Standardlastprofil, das kurze Spitzen von Wasserkocher oder Backofen glättet. Arbeitest du tagsüber zu Hause, kann der reale Wert auch darüber liegen.
-
Eigenverbrauchsquote ablesen. Die zweite Tabelle liefert den Anteil der Erzeugung, den du selbst nutzt. Mit beiden Werten kannst du Ersparnis und Einspeiseerlös ausrechnen, wie im Abschnitt zur Wirtschaftlichkeit gezeigt.
Tabelle 1: Autarkiegrad, Süddach
Modellrechnung von Voltgeber: PVGIS-Stundenwerte 2019 bis 2023 für ein Süddach mit 35 Grad Neigung in der Mitte Deutschlands (rund 1.050 kWh je kWp in diesen Jahren), Haushaltsverbrauch nach dem BDEW-Standardlastprofil H25, Speicher mit 4 kW Lade- und Entladeleistung, 90 Prozent Wirkungsgrad für Laden und Entladen zusammen, kein Laden aus dem Netz.
| kWp je 1.000 kWh | ohne Speicher | 0,5 kWh je 1.000 kWh | 1,0 kWh | 1,5 kWh | 2,0 kWh | 2,5 kWh |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0,5 | 29 % | 40 % | 46 % | 49 % | 49 % | 50 % |
| 1,0 | 36 % | 49 % | 60 % | 66 % | 68 % | 69 % |
| 1,5 | 39 % | 54 % | 66 % | 72 % | 75 % | 76 % |
| 2,0 | 41 % | 57 % | 70 % | 76 % | 79 % | 81 % |
| 2,5 | 43 % | 58 % | 72 % | 79 % | 82 % | 84 % |
| 3,0 | 44 % | 60 % | 74 % | 81 % | 84 % | 86 % |
Tabelle 2: Eigenverbrauchsquote, Süddach
Gleiche Annahmen. Die Quote enthält den Strom, der über den Speicher läuft, einschließlich seiner Verluste.
| kWp je 1.000 kWh | ohne Speicher | 0,5 kWh je 1.000 kWh | 1,0 kWh | 1,5 kWh | 2,0 kWh | 2,5 kWh |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0,5 | 56 % | 75 % | 87 % | 92 % | 94 % | 94 % |
| 1,0 | 34 % | 47 % | 57 % | 62 % | 64 % | 66 % |
| 1,5 | 25 % | 34 % | 42 % | 46 % | 47 % | 48 % |
| 2,0 | 20 % | 27 % | 33 % | 36 % | 38 % | 38 % |
| 2,5 | 16 % | 22 % | 27 % | 30 % | 31 % | 32 % |
| 3,0 | 14 % | 19 % | 23 % | 26 % | 27 % | 27 % |
Tabelle 3: Autarkiegrad, Ost-West-Dach
Gleiche Annahmen, Module je zur Hälfte nach Osten und Westen mit 35 Grad, rund 840 kWh je kWp.
| kWp je 1.000 kWh | ohne Speicher | 0,5 kWh je 1.000 kWh | 1,0 kWh | 1,5 kWh | 2,0 kWh | 2,5 kWh |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1,0 | 37 % | 48 % | 57 % | 60 % | 61 % | 61 % |
| 1,5 | 40 % | 54 % | 64 % | 68 % | 69 % | 69 % |
| 2,0 | 42 % | 57 % | 68 % | 73 % | 74 % | 75 % |
| 2,5 | 44 % | 59 % | 71 % | 76 % | 78 % | 78 % |
| 3,0 | 44 % | 60 % | 73 % | 79 % | 81 % | 81 % |
Aus den drei Tabellen lassen sich vier Regeln ablesen:
- Ohne Speicher endet die Autarkie bei gut 40 Prozent. Die Verdopplung von 1,5 auf 3 kWp je 1.000 kWh bringt nur fünf Punkte. Nachts und abends liefert jede Anlage nichts, egal wie groß.
- Der Speicher ist der stärkere Hebel. Bei 1,5 kWp je 1.000 kWh hebt 1 kWh je 1.000 kWh Speicher die Autarkie von 39 auf 66 Prozent.
- Über 1,5 kWh je 1.000 kWh flacht die Kurve ab. Das deckt sich mit der HTW-Faustregel, die als Obergrenze 1,5 kWh je 1.000 kWh Verbrauch und 1,5 kWh je kWp nennt.
- Ost-West hilft nur ohne Speicher. Ohne Speicher liegt Ost-West bei gleicher kWp-Zahl ein bis zwei Punkte über Süd, mit kleinem Speicher gleichauf und ab 1 kWh je 1.000 kWh einige Punkte darunter, weil insgesamt rund 20 Prozent weniger Strom entsteht.
Warum 100 Prozent unerreichbar sind: der Monatsverlauf
Der Jahreswert verdeckt, wie ungleich sich die Autarkie über das Jahr verteilt. Die folgende Tabelle zeigt die Modellrechnung für einen Haushalt mit 4.000 kWh und eine 8-kWp-Anlage nach Süden, einmal ohne und einmal mit 10 kWh Speicher.
| Monat | ohne Speicher | mit 10 kWh Speicher |
|---|---|---|
| Januar | 22 % | 42 % |
| Februar | 32 % | 73 % |
| März | 43 % | 94 % |
| April | 52 % | 99 % |
| Mai | 58 % | 100 % |
| Juni | 61 % | 100 % |
| Juli | 61 % | 100 % |
| August | 55 % | 100 % |
| September | 49 % | 100 % |
| Oktober | 37 % | 89 % |
| November | 25 % | 59 % |
| Dezember | 20 % | 41 % |
| Jahr | 41 % | 81 % |
Von April bis September deckt die Anlage mit Speicher im Modell fast den gesamten Verbrauch, von November bis Januar nicht einmal die Hälfte. Der Grund ist die Strahlung: Ein Süddach erzeugt je kWp im Dezember nur etwa ein Fünftel dessen, was es im Juni liefert, und der Verbrauch ist im Winter zugleich höher. Ein Batteriespeicher verschiebt Strom um Stunden; für Wochen ohne Sonne müsste er ein Vielfaches größer sein und stünde den Sommer über voll.
Die 100 Prozent im Sommer sind eine Eigenschaft des Modells, nicht der Wirklichkeit. Das Standardlastprofil kennt keine Abende, an denen Backofen, Spülmaschine und Wärmepumpe gleichzeitig laufen und die Entladeleistung des Speichers übersteigen. Reale Speicherhaushalte sehen im Sommer eher 90 bis 97 Prozent; diese Spanne ist eine redaktionelle Einschätzung, keine gemessene Statistik.
Typische Werte aus Studien und Ratgebern
Unabhängige Stellen nennen etwas vorsichtigere Werte als die Modellrechnung, weil sie reale Haushalte und reale Lastspitzen zugrunde legen.
| Quelle | Situation | Autarkie |
|---|---|---|
| Verbraucherzentrale | Haushalt ohne Speicher | etwa 30 % |
| Verbraucherzentrale | Haushalt mit Batteriespeicher | etwa 70 % |
| Verbraucherzentrale | Haushalt mit Wärmepumpe, ohne Speicher | etwa 20 bis 30 % |
| Verbraucherzentrale | Haushalt mit Wärmepumpe und Speicher | etwa 40 % |
| Voltgeber-Modell | 4.000 kWh, 6 kWp, ohne Speicher | rund 39 % |
| Voltgeber-Modell | 4.000 kWh, 6 kWp, 6 kWh Speicher | rund 72 % |
Für einen Vier-Personen-Haushalt mit 5 kWp nennt die Verbraucherzentrale ohne Speicher 20 bis 30 Prozent Eigenverbrauch, mit Speicher 50 bis 60 Prozent. Das passt zu Tabelle 2, die bei 1,25 kWp je 1.000 kWh ohne Speicher rund 30 Prozent und mit 1 bis 1,5 kWh je 1.000 kWh rund 50 Prozent liefert.
Die Wärmepumpe drückt den Autarkiegrad, weil sie den größten Teil ihres Stroms von November bis Februar braucht. Ein Haushalt, der durch die Wärmepumpe von 4.000 auf 8.000 kWh wächst, halbiert sein PV-Verhältnis und bekommt den Zusatzverbrauch genau in den Monaten mit der niedrigsten Autarkie. Wie viel kWp und Speicher dann sinnvoll sind, rechnet der Guide zur PV-Anlage mit 10 kWp und Speicher durch.
Standort: Hamburg, München, Wien und Zürich
Der Standort ändert den Ertrag je kWp um bis zu ein Fünftel, die Autarkie aber weniger, als man erwartet. Die Modellrechnung für 4.000 kWh, Süddach mit 35 Grad, PVGIS-Stundenwerte 2019 bis 2023:
| Standort | Ertrag je kWp | 6 kWp ohne Speicher | 6 kWp mit 6 kWh |
|---|---|---|---|
| Hamburg | rund 1.000 kWh | 38 % | 71 % |
| Mitte Deutschlands | rund 1.050 kWh | 39 % | 72 % |
| München | rund 1.170 kWh | 41 % | 79 % |
| Wien | rund 1.200 kWh | 40 % | 78 % |
| Zürich | rund 1.180 kWh | 41 % | 78 % |
Ohne Speicher liegen alle Standorte innerhalb von drei Punkten, weil das Problem nicht die Strahlungsmenge, sondern die Tageszeit ist. Mit Speicher profitiert der Süden stärker, denn im Frühjahr und Herbst reicht der Überschuss dort öfter, um den Speicher voll zu laden. Die Ertragswerte der Jahre 2019 bis 2023 liegen einige Prozent über dem langjährigen PVGIS-Mittel; für die Autarkie spielt das kaum eine Rolle.
Balkonkraftwerk: Autarkie im kleinen Maßstab
Die Formeln gelten genauso für ein Balkonkraftwerk; die Grenzen sind andere. In Deutschland darf ein Steckersolargerät höchstens 800 Voltampere ins Hausnetz abgeben, und die Modulfläche ist klein. Die Modellrechnung (gleiche Daten wie oben, Abgabe auf 800 Watt begrenzt, Speicher zwischen Modulen und Wechselrichter):
| Haushalt | Set | ohne Speicher | mit 2 kWh Speicher |
|---|---|---|---|
| 1.500 kWh | 2 Module, 880 Wp | 31 % Autarkie, 50 % Eigenverbrauch | 53 % Autarkie, 85 % Eigenverbrauch |
| 2.500 kWh | 2 Module, 880 Wp | 26 % Autarkie, 70 % Eigenverbrauch | 35 % Autarkie, 95 % Eigenverbrauch |
| 2.500 kWh | 4 Module, 1.800 Wp | 33 % Autarkie, 44 % Eigenverbrauch | 50 % Autarkie, 67 % Eigenverbrauch |
| 3.500 kWh | 4 Module, 1.800 Wp | 30 % Autarkie, 55 % Eigenverbrauch | 41 % Autarkie, 76 % Eigenverbrauch |
Beim Balkonkraftwerk überschätzt das Standardlastprofil den Eigenverbrauch deutlich, weil reale Wohnungen mittags oft nur 100 bis 200 Watt Grundlast haben und kurze Spitzen nicht mitnehmen. Unsere Guides zum Balkonkraftwerk rechnen deshalb vorsichtiger mit rund 60 Prozent Eigenverbrauch für ein Set mit zwei Modulen ohne Speicher. Den eigenen Fall prüfst du am besten mit dem Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin, der Ausrichtung und Verbrauchsprofil berücksichtigt. Wer schon eine Dachanlage hat und überlegt, ein Balkonkraftwerk dazuzustellen, findet die Regeln im Guide zum Balkonkraftwerk zusätzlich zur PV-Anlage.
Autarkie und Wirtschaftlichkeit: Warum der höchste Wert nicht der beste ist
Ein hoher Autarkiegrad fühlt sich gut an, kostet aber Geld. Das folgende Beispiel ist eine Modellrechnung mit offenen Annahmen: Haushalt mit 4.000 kWh in der Mitte Deutschlands, 6 kWp nach Süden, Arbeitspreis 33 Cent, Einspeisevergütung 7,70 Cent, Speicherpreise nach den Mittelwerten der Verbraucherzentrale (Stand 3. November 2026: 510 Euro je kWh für 4 bis 6 kWh, 410 Euro je kWh für über 8 bis 10 kWh). Nicht eingerechnet sind Alterung, Wartung und ein späterer Speichertausch.
| Posten | ohne Speicher | 6 kWh Speicher | 10 kWh Speicher |
|---|---|---|---|
| Autarkiegrad | rund 39 % | rund 72 % | rund 76 % |
| Selbst genutzt | rund 1.570 kWh | rund 2.890 kWh | rund 3.050 kWh |
| Eingespeist | rund 4.740 kWh | rund 3.270 kWh | rund 3.090 kWh |
| Ersparnis Netzstrom | rund 518 Euro | rund 955 Euro | rund 1.007 Euro |
| Einspeiseerlös | rund 365 Euro | rund 252 Euro | rund 238 Euro |
| Nutzen pro Jahr | rund 883 Euro | rund 1.207 Euro | rund 1.245 Euro |
| Mehrnutzen gegenüber ohne Speicher | rund 324 Euro | rund 362 Euro | |
| Speicherpreis | rund 3.060 Euro | rund 4.100 Euro | |
| Einfache Amortisation des Speichers | rund 9,5 Jahre | rund 11,3 Jahre |
Die ersten 33 Autarkiepunkte kosten rund 3.060 Euro und bringen rund 324 Euro im Jahr. Die nächsten 4 Punkte kosten rund 1.040 Euro zusätzlich und bringen rund 39 Euro im Jahr; diese Erweiterung allein rechnet sich nach mehr als 25 Jahren und damit nach dem üblichen Lebensende eines Speichers. Jede Kilowattstunde aus dem Speicher ist nur rund 25 Cent wert, nämlich der vermiedene Arbeitspreis minus die entgangene Vergütung, und sie verliert unterwegs etwa ein Zehntel.
Diese Rechnung kippt, wenn die feste Einspeisevergütung wegfällt. Die DGS weist darauf hin, dass ab 1. Januar 2027 die Förderung umfassend neu geregelt werden und die feste Vergütung für Anlagen bis 25 kWp entfallen soll; beschlossen war das nach unserem Stand Anfang November 2026 nicht. Ohne Vergütung ist jede eingespeiste Kilowattstunde weniger wert, und Autarkie wird wirtschaftlich wichtiger. Für Anlagen, die bis Ende 2026 in Betrieb gehen, gilt die Vergütung 20 Jahre.
Was den Autarkiegrad erhöht, ohne viel zu kosten
Nicht jeder Prozentpunkt braucht Hardware. Die Modellrechnung für 4.000 kWh und 6 kWp ohne Speicher zeigt, was Lastverschiebung bringt: 300 kWh im Jahr, die statt am Abend zwischen 11 und 15 Uhr laufen, heben die Autarkie von 39 auf 44 Prozent; 600 kWh auf 48 Prozent. Das entspricht ungefähr einer Waschmaschine und einer Spülmaschine, die an sonnigen Tagen per Startzeitvorwahl mittags laufen.
| Maßnahme | Wirkung auf die Autarkie | Kosten |
|---|---|---|
| Wasch- und Spülmaschine mittags starten (rund 300 kWh verschoben) | etwa plus 5 Punkte im Modell | keine |
| E-Auto mittags laden statt abends | laut Modellrechnung im Guide zur Anlagengröße rund plus 20 Punkte ohne Speicher | Wallbox mit Überschussladen |
| Warmwasser mit Heizstab oder Wärmepumpenboiler aus Überschuss | abhängig vom Warmwasserbedarf, im Sommer hoch | Heizstab ab einigen hundert Euro |
| Speicher mit rund 1 kWh je 1.000 kWh | etwa plus 25 bis 30 Punkte im Modell | nach Verbraucherzentrale rund 400 bis 500 Euro je kWh |
| Mehr kWp ohne Speicher | wenige Punkte | günstig je kWp, verbessert vor allem den Einspeiseerlös |
Verschobener Verbrauch ist besonders wertvoll, weil er ohne Speicherverluste auskommt und nichts kostet. Wie Heizstab und Warmwasserwärmepumpe Überschuss aufnehmen, steht im Guide zu Warmwasser mit Photovoltaik.
Autarkie heißt nicht Unabhängigkeit bei Stromausfall
Ein hoher Autarkiegrad wird oft mit Versorgungssicherheit verwechselt. Die Kennzahl sagt nur, welcher Anteil des Verbrauchs über das Jahr aus eigener Erzeugung stammt, solange das Netz da ist. Fällt das Netz aus, muss jeder netzgekoppelte Wechselrichter nach der Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 abschalten, auch bei voller Sonne und vollem Speicher. Ein Haushalt mit 80 Prozent Autarkie sitzt dann genauso im Dunkeln wie einer ohne Anlage.
Strom bei Netzausfall liefert nur eine Anlage mit Ersatzstrom- oder Notstromfunktion: ein Hybridwechselrichter mit Umschalteinrichtung, die das Haus vom Netz trennt, bevor sie ausgewählte Stromkreise versorgt, oder beim Balkonkraftwerk ein Speicher mit getrennter Notstromsteckdose. Für die Autarkie im Alltag bringt das nichts, im Gegenteil: Wer einen Teil der Speicherkapazität als Reserve für den Notfall zurückhält, senkt seinen Autarkiegrad. Bei 1 kWh je 1.000 kWh Verbrauch und 1,5 kWp je 1.000 kWh entsprechen 20 Prozent Reserve nach Tabelle 1 ungefähr dem Schritt von 1,0 auf 0,8 kWh je 1.000 kWh, linear interpoliert also von 66 auf rund 61 Prozent und damit etwa fünf Autarkiepunkten. Wie Inselbetrieb und Notstrom technisch funktionieren, erklärt der Guide zum Inselbetrieb.
Häufige Fehler beim Berechnen
- Eigenverbrauchsquote als Autarkie gelesen. Folge: Ein Haushalt mit großer Anlage hält sich für zu 25 Prozent autark, obwohl er 40 Prozent erreicht, oder umgekehrt. Lösung: Nenner prüfen, Verbrauch oder Erzeugung.
- Bilanzielle Deckung mit Autarkie verwechselt. Folge: Eine Anlage, die im Jahr 4.000 kWh erzeugt, gilt als 100 Prozent autark. Lösung: Autarkie misst gleichzeitige Deckung, nicht die Jahressumme.
- Zeiträume vermischt. Folge: Werte über 100 Prozent oder unplausible Quoten. Lösung: Alle Ablesungen auf denselben Stichtag beziehen.
- Nennkapazität statt nutzbarer Kapazität. Folge: Die Tabelle liefert einige Punkte zu viel. Lösung: Mit der nutzbaren Kapazität laut Datenblatt rechnen.
- Speicherverluste weggelassen. Folge: Etwa ein Punkt zu viel Autarkie. Lösung: Ladung minus Entladung aus der Speicher-App abziehen.
- Netzladung des Speichers übersehen. Folge: Bei dynamischen Tarifen erscheint die Autarkie höher, als sie ist. Lösung: Netzladung zählt zum Netzbezug.
- Ein Jahr verallgemeinert. Folge: Ein sonniges Jahr wird zur Erwartung. Lösung: Zwei bis drei Jahre mitteln; PVGIS zeigt, wie stark die Jahre streuen.
Checkliste: Autarkieangaben im Angebot prüfen
- Beide Kennzahlen getrennt. Ein seriöses Angebot nennt Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote mit Definition.
- Annahmen offen. Welcher Verbrauch, welches Lastprofil, welche Speicherverluste, welcher Ertrag je kWp? Ohne diese Angaben ist der Wert nicht prüfbar.
- Plausibilität mit den Tabellen. Liegt die versprochene Autarkie mehr als fünf Punkte über Tabelle 1 oder 3 für dein Verhältnis, frag nach.
- Speicher im richtigen Verhältnis. Mehr als 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Verbrauch oder je kWp ist nach den HTW-Faustregeln selten wirtschaftlich.
- Wärmepumpe und E-Auto getrennt ausgewiesen. Eine Autarkie, die beide einrechnet, ohne die Ladezeiten und das Heizprofil zu nennen, ist meist zu hoch.
- Ersparnis in Euro mit Strompreisannahme. Angebote mit 40 Cent Arbeitspreis und 3 Prozent jährlicher Steigerung sehen besser aus als die Wirklichkeit; der BDEW-Durchschnittspreis für Haushalte enthält außerdem den Grundpreis, den du weiter zahlst.
Österreich und Schweiz
Formeln und Tabellen gelten in Österreich unverändert; die Erträge liegen etwas höher, in Wien nach unserer Modellrechnung bei rund 1.200 kWh je kWp in den Jahren 2019 bis 2023. Wirtschaftlich zählt Autarkie in Österreich mehr als in Deutschland: Eine gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung über 20 Jahre gibt es für neue Kleinanlagen nach unserem Stand nicht, den Überschuss verkaufst du zu marktabhängigen Preisen an einen Energieversorger oder die Abwicklungsstelle OeMAG. Je niedriger der Einspeisepreis, desto mehr lohnt Eigenverbrauch.
Gefördert wurde 2026 über den EAG-Investitionszuschuss, in der Kategorie bis 10 kWp mit 150 Euro je kWp und 150 Euro je kWh Speicher, wenn der Speicher mindestens 0,5 kWh je kWp hat. Diese Mindestgröße entspricht bei 1,5 kWp je 1.000 kWh Verbrauch etwa 0,75 kWh je 1.000 kWh und damit nach Tabelle 1 rund 60 Prozent Autarkie. Die Termine für 2027 nannte die Abwicklungsstelle Anfang November 2026 noch nicht. Auf PV-Module gilt seit April 2025 wieder der Normalsteuersatz von 20 Prozent.
In der Schweiz liegen die Erträge im Mittelland ähnlich wie in Süddeutschland, in Zürich nach unserer Modellrechnung bei rund 1.180 kWh je kWp; in den Bergen weichen sie stark ab. Für eingespeisten Strom gilt seit 2026 laut Swissolar eine Vergütung nach dem vierteljährlich gemittelten Marktpreis, bei Anlagen bis 30 kW mit einer Minimalvergütung von 6 Rappen je Kilowattstunde. Weil Bezugstarife deutlich höher liegen, entscheidet auch hier der Autarkiegrad über die Wirtschaftlichkeit.
Gefördert wird die Anlage über die Einmalvergütung des Bundes, die Pronovo abwickelt; eine Bundesförderung für Speicher nennt Pronovo nicht. Eine Schweizer Besonderheit ist der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch: Mehrere Parteien eines Hauses können den Solarstrom gemeinsam nutzen. Für die Autarkie zählt dann der gemeinsame Verbrauch im Nenner, was die Eigenverbrauchsquote der Anlage meist deutlich erhöht. Den rechtlichen Rahmen beschreibt der Leitfaden Eigenverbrauch von EnergieSchweiz in der Version 3.0 vom Mai 2023, einschließlich Vorlagen für ZEV-Verträge mit Mietern.
Ein Beispiel mit den Verhältniszahlen aus Tabelle 1 und 2, als Modellrechnung: Sechs Wohnungen mit je 2.500 kWh verbrauchen zusammen 15.000 kWh. Eine Dachanlage mit 20 kWp ergibt 20 ÷ 15 = rund 1,33 kWp je 1.000 kWh. Ohne Speicher liegt die gemeinsame Autarkie nach Tabelle 1 dann bei rund 38 Prozent, die Eigenverbrauchsquote nach Tabelle 2 bei rund 28 Prozent. Dieselbe Anlage für eine einzelne Wohnung mit 2.500 kWh hätte 8 kWp je 1.000 kWh, weit außerhalb der Tabellen und mit einer Eigenverbrauchsquote im einstelligen Prozentbereich. Der Zusammenschluss macht aus einem großen Dach also erst eine Anlage, deren Strom überwiegend im Haus bleibt. Für Mehrparteienhäuser passt das Standardlastprofil sogar besser als für Einzelhaushalte, weil sich die Lastspitzen mehrerer Wohnungen ausgleichen.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen Autarkiegrad?
Teile den selbst genutzten Solarstrom durch deinen gesamten Stromverbrauch. Den selbst genutzten Strom erhältst du als Erzeugung laut Wechselrichter minus Einspeisung laut Zähler, den Verbrauch als Netzbezug plus selbst genutzten Strom. Einfacher ist die Form 1 minus Netzbezug geteilt durch Verbrauch.
Was ist der Unterschied zwischen Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote?
Der Autarkiegrad bezieht den selbst genutzten Solarstrom auf deinen Verbrauch, die Eigenverbrauchsquote auf die Erzeugung der Anlage. Eine große Anlage hat meist einen hohen Autarkiegrad und eine niedrige Eigenverbrauchsquote, eine kleine Anlage umgekehrt. Für die Wirtschaftlichkeit brauchst du beide Werte.
Welcher Autarkiegrad ist realistisch?
Ohne Speicher nennt die Verbraucherzentrale etwa 30 Prozent, mit Speicher etwa 70 Prozent. Unsere Modellrechnung kommt ohne Speicher auf 35 bis 44 Prozent und mit gut bemessenem Speicher auf 65 bis 80 Prozent; reale Haushalte liegen wegen kurzer Lastspitzen meist einige Punkte darunter.
Kann man mit einer PV-Anlage 100 Prozent autark werden?
Mit einer netzgekoppelten Anlage und üblichem Speicher in Deutschland nicht. Im Winter erzeugt ein Süddach je kWp nur etwa ein Fünftel des Juniertrags, und ein Batteriespeicher überbrückt Stunden, keine Wochen. Selbst eine 8-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher deckt im Dezember in unserer Modellrechnung nur rund 40 Prozent.
Wie viel Autarkie bringt ein Stromspeicher?
Ein Speicher mit etwa 1 kWh nutzbarer Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch hebt die Autarkie in unserer Modellrechnung um rund 25 bis 30 Prozentpunkte, wenn die Anlage mindestens 1 kWp je 1.000 kWh leistet. Jede weitere Kilowattstunde bringt deutlich weniger. Oberhalb von 1,5 kWh je 1.000 kWh Verbrauch steigt der Wert nur noch um wenige Punkte.
Gibt es einen Autarkie-Rechner ohne Anmeldung?
Der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin ist frei zugänglich und fragt Verbrauch, PV-Leistung und nutzbare Speicherkapazität ab. Ohne Rechner kommst du mit den Tabellen in diesem Guide aus: Leistung und Speicher durch den Verbrauch in Tausend Kilowattstunden teilen und den Wert ablesen.
Wie berechne ich den Autarkiegrad mit Speicher aus den Zählerwerten?
Am zuverlässigsten mit der Form 1 minus Netzbezug geteilt durch Verbrauch. Den Verbrauch bestimmst du als Netzbezug plus Erzeugung minus Einspeisung minus Speicherverluste, also Ladung minus Entladung laut Speicher-App. Wer die Verluste weglässt, überschätzt die Autarkie meist um etwa einen Prozentpunkt.
Erhöht ein Balkonkraftwerk die Autarkie spürbar?
Ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen deckt bei einem Haushalt mit 2.500 kWh in unserer Modellrechnung rund ein Viertel des Verbrauchs, real eher etwas weniger. Mehr ist wegen der Grenze von 800 Watt Einspeisung und der kleinen Modulfläche kaum möglich. Die Eigenverbrauchsquote ist dafür hoch, weil fast alles tagsüber im Haushalt bleibt.
Quellen
- PVGIS: Photovoltaic Geographical Information System, Stundenreihen SARAH3 2019 bis 2023
- Standardlastprofile Strom, neue Profile 2025 (H25)
- Arbeitshilfe EEG-Vergütungssätze ab 1. August 2026 (Stand 05.08.2026)
- Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (Stand 26.08.2026)
- Was kostet eine Photovoltaikanlage? (Stand 03.11.2026)
- Wärmepumpe mit Photovoltaik
- HTW Berlin: Unabhängigkeitsrechner
- HTW Berlin: Stecker-Solar-Simulator
- Stromspeicher: Faustregeln der HTW Berlin für die Speichergröße
- BDEW-Strompreisanalyse (Herbst 2026)
- EAG-Investitionszuschuss Photovoltaik und Speicher
- Pronovo: Einmalvergütung (EIV)
- Leitfaden Eigenverbrauch, Version 3.0 (Mai 2023), Zusammenschluss zum Eigenverbrauch nach Art. 17 EnG
- Swissolar veröffentlicht Neuregelungen für Photovoltaik-Anlagen 2026 (12.01.2026)
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