Solaranlage

Photovoltaik für Warmwasser: Heizstab, Wärmepumpenboiler, Kosten

Ein geregelter Heizstab oder ein Wärmepumpenboiler macht aus PV-Überschuss Warmwasser. Technik, Regler, Recht und Rechnung im Vergleich zur Solarthermie.

Von Voltgeber Redaktion Aktualisiert Zuletzt geprüft 20 Min. Lesezeit Gilt für DeutschlandÖsterreichSchweiz
Photovoltaik für Warmwasser: Heizstab, Wärmepumpenboiler, Kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Heizstab macht aus 1 kWh Solarstrom 1 kWh Wärme; ein Wärmepumpenboiler mit einer Jahresarbeitszahl von 3 bis 4 laut Verbraucherzentrale 3 bis 4 kWh.
  • Die Verbraucherzentrale rechnet für einen Vier-Personen-Haushalt mit rund 2.400 kWh Wärme im Jahr für Warmwasser.
  • In unserer Modellrechnung deckt eine 8-kWp-Anlage mit stufenlos geregeltem Heizstab rund 50 bis 60 Prozent dieses Warmwassers, im Dezember aber nur rund 30 Prozent.
  • Ein Heizstab lohnt sich, wenn die Kilowattstunde Wärme, die er ersetzt, mehr kostet als die 7,70 Cent Einspeisevergütung, die er kostet; bei Gas mit rund 14 Cent je kWh Wärme ist das der Fall.
  • Das Gesetz vom 23. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226) hat die §§ 71 bis 73 GEG mit Wirkung vom 29. Juli 2026 gestrichen; damit sind die 65-Prozent-Pflicht und die Sonderregel für elektrische Warmwasserbereitung weggefallen.
  • Speicher über 400 Liter und Leitungen mit mehr als 3 Litern Inhalt müssen laut Verbraucherzentrale am Speicherausgang dauerhaft mindestens 60 Grad erreichen.

Photovoltaik für Warmwasser funktioniert auf zwei Wegen: Ein geregelter Heizstab im Speicher wandelt Solarüberschuss eins zu eins in Wärme, ein Wärmepumpenboiler macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. In unserer Modellrechnung deckt eine 8-kWp-Anlage mit Heizstab rund 50 bis 60 Prozent des Warmwassers eines Vier-Personen-Haushalts. Ob es sich rechnet, entscheidet vor allem, was eingespeister Strom bringt.

Wie Solarstrom zu warmem Wasser wird

Warmwasser ist der Teil des Wärmebedarfs, der das ganze Jahr anfällt, auch im Juni, wenn eine PV-Anlage am meisten Überschuss erzeugt. Das macht ihn zum naheliegenden Abnehmer für Solarstrom. Es gibt vier technische Wege, die sich in Kosten, Effizienz und Aufwand stark unterscheiden.

Geregelter AC-Heizstab. Ein elektrischer Heizstab im Warmwasserspeicher wird von einem Regler angesteuert, der am Netzanschlusspunkt misst, wie viel Strom gerade ins Netz fließt. Statt einzuspeisen, schickt der Regler den Überschuss in den Heizstab, idealerweise stufenlos. Die Hausanlage, der Wechselrichter und die Netzanmeldung bleiben unverändert.

DC-Heizstab ohne Wechselrichter. Eigene Module speisen über einen Gleichstromstrang direkt einen Heizstab mit eingebautem Leistungsregler. Die Anlage hat keine Verbindung zum Stromnetz. Sie ist eine Lösung für Häuser ohne netzgekoppelte PV-Anlage oder für Mehrfamilienhäuser, in denen jede Wohnung ihren eigenen Boiler hat.

Wärmepumpenboiler. Eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe sitzt direkt auf dem Speicher und entzieht der Raumluft Wärme. Laut Verbraucherzentrale stammen etwa 70 Prozent der Energie aus der Umgebung und 30 Prozent aus Strom. Mit einem Eingang für ein Freigabesignal läuft sie bevorzugt, wenn die PV-Anlage Überschuss meldet.

Heizungswärmepumpe mit SG-Ready. Wer ohnehin mit einer Wärmepumpe heizt, kann deren Warmwasserspeicher bei Solarüberschuss höher aufheizen lassen. Die Verbraucherzentrale beschreibt dafür die SG-Ready-Schnittstelle, über die das Energiemanagement die Speichertemperatur anhebt. Dieser Weg braucht keinen zusätzlichen Wärmeerzeuger.

Dazu kommt die Solarthermie, die Sonnenwärme ohne den Umweg über Strom direkt in den Speicher bringt. Sie ist auf der Fläche effizienter, aber teurer in der Installation; der Vergleich steht weiter unten und ausführlich im Guide zur Solarthermie.

Wie viel Energie Warmwasser braucht

Die Physik ist einfach: Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht es 1,163 Wattstunden. 50 Liter von 10 auf 45 Grad sind damit rund 2 kWh. Dazu kommen die Verluste des Speichers und der Leitungen, die bei einem Speicher mit Zirkulation einen erheblichen Teil ausmachen können.

Die Verbraucherzentrale rechnet in ihrem Beispiel für einen Vier-Personen-Haushalt mit 2.400 kWh Wärme im Jahr für Warmwasser. Daraus ergibt sich folgende Orientierung; die Werte für zwei, drei und fünf Personen sind von uns linear abgeleitet, die Literangabe ist mit 1,163 Wattstunden je Liter und Grad zurückgerechnet und setzt voraus, dass keine Speicherverluste anfallen. Mit Verlusten ist die gezapfte Menge entsprechend kleiner. Der Heizstab-Hersteller my-PV legt seiner Auslegung für 50 Prozent solaren Anteil 50 Liter je Person und Tag zugrunde, was gut zu dieser Größenordnung passt.

Haushalt Wärme im Jahr pro Tag im Mittel entspricht ohne Verluste etwa
2 Personen rund 1.200 kWh rund 3,3 kWh 80 Liter von 10 auf 45 Grad
3 Personen rund 1.800 kWh rund 4,9 kWh 120 Liter
4 Personen rund 2.400 kWh rund 6,6 kWh 160 Liter
5 Personen rund 3.000 kWh rund 8,2 kWh 200 Liter

Eine praktische Gegenprobe ist der Gaszähler im Sommer: Läuft die Heizung nicht, ist der Verbrauch fast nur Warmwasser. Wer im Juli 250 kWh Gas im Monat abliest, verbraucht mit einem Kessel um 85 Prozent Nutzungsgrad etwa 2.500 kWh Wärme im Jahr.

Für die Auslegung des Heizstabs ist der Tagesbedarf die entscheidende Größe. Ein Vier-Personen-Haushalt braucht rund 6,6 kWh am Tag. Ein Heizstab mit 3 Kilowatt füllt das an einem sonnigen Tag in gut zwei Stunden; an einem trüben Wintertag reicht der Überschuss dafür nicht.

Heizstab und Regler: Was es gibt

Ein Heizstab allein ist ein simpler Widerstand. Entscheidend ist der Regler, der ihn nur dann einschaltet, wenn Überschuss da ist, und nur mit so viel Leistung, wie gerade übrig ist. Drei Bauarten sind verbreitet.

Stufenlos geregelte Heizstäbe passen ihre Leistung in feinen Schritten an den Überschuss an. Das my-PV AC ELWA 2 regelt laut Hersteller stufenlos von 0 bis 3.500 Watt und arbeitet mit dem WiFi Meter des Herstellers, vielen Batteriesystemen und Smart-Home-Systemen zusammen. Der Fronius Ohmpilot ist ein separater Regler, der einen Heizstab per Pulsweitenmodulation stufenlos ansteuert: einphasig bis 3 Kilowatt, dreiphasig bis 9 Kilowatt.

Stufig geschaltete Heizstäbe haben mehrere Heizwendeln, etwa dreimal 1 Kilowatt, die ein Relais einzeln zuschaltet. Viele Wechselrichter und Energiemanager haben solche Schaltausgänge. Das ist günstiger, aber ungenau: Bei 1,4 Kilowatt Überschuss läuft entweder eine Stufe mit 1 Kilowatt, und 400 Watt gehen ins Netz, oder zwei Stufen, und 600 Watt kommen aus dem Netz.

Einfache Zeitschaltung. Ein normaler Heizstab läuft per Zeitschaltuhr zwischen 11 und 15 Uhr. Bei Wolken heizt er dann mit Netzstrom. Für eine PV-Anlage ist das die schlechteste Lösung.

Gerät (Herstellerangaben) Leistung Regelung Anschluss Besonderheit
my-PV AC ELWA 2 0 bis 3.500 W stufenlos fest, 230 V, kein Schuko-Stecker Gewinde G 1½, Heizstablänge 460 mm, Schutzart IP21, optionale Netz-Nachheizung
Fronius Ohmpilot bis 3 kW einphasig, bis 9 kW dreiphasig stufenlos per Pulsweitenmodulation fest, separater Heizstab, je Phase bis 16 A Eingang Wandgerät, Schutzart IP54, 3,9 kg
my-PV ELWA (DC) 2.000 W DC MPP-Regelung, kein Wechselrichter ein PV-Strang 100 bis 360 V, höchstens 10 A, Netz-Nachheizung 750 W über Schuko ohne Netzverbindung des PV-Kreises, Heizstablänge 45 cm
Relais-Heizstab mit Stufen z. B. 3 × 1 kW stufig fest günstig, ungenau

Ein Händler listet das AC ELWA 2 im November 2026 für 778 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Dazu kommen die Installation durch Elektro- und Sanitärbetrieb und gegebenenfalls ein Zähler, wenn der Regler nicht mit dem vorhandenen Wechselrichter kommunizieren kann.

Bei einer Anlage mit Batteriespeicher kommt eine Frage hinzu: Wer hat Vorrang? Der Speicher sollte mittags zuerst laden, der Heizstab erst danach, sonst fehlt abends der Strom im Haus. Gute Regler kennen dafür eine Prioritätseinstellung oder werden vom Energiemanagement des Speichers gesteuert.

DC-Heizstab: Warmwasser ohne Wechselrichter und Netz

Der DC-Heizstab ist die einfachste Form, Solarstrom für Warmwasser zu nutzen. Das Datenblatt des my-PV ELWA vom Dezember 2022 beschreibt ihn so: ein Heizstab mit 2.000 Watt Gleichstrom-Nennleistung, ein Eingang für einen PV-Strang mit 100 bis 360 Volt, MPP-Regelung mit 99,9 Prozent Wirkungsgrad, Einbau in ein 6/4-Zoll-Gewinde des Speichers. Eine Wechselstrom-Nachheizung mit 750 Watt über einen Schuko-Stecker sorgt an trüben Tagen für warmes Wasser. Der Hersteller nennt für einen Vier-Personen-Haushalt bis zu 50 Prozent solaren Anteil am jährlichen Warmwasser und vergleicht 2,5 kWp Modulleistung mit einer Solarthermieanlage von vier bis zehn Quadratmetern. Der Heizstab passt laut Datenblatt in Speicher von 100 bis 1.000 Litern.

Der Vorteil liegt im Wegfall der Netzfragen. Die Module speisen nicht ins Hausnetz, der Wechselrichter entfällt, und nach § 5 Absatz 2 der Marktstammdatenregisterverordnung müssen Anlagen, die weder unmittelbar noch mittelbar an ein Stromnetz angeschlossen sind, nicht registriert werden. Der Hersteller wirbt ausdrücklich damit, dass keine Netzanschlussgenehmigung nötig ist. Die 800-Watt- und 2.000-Watt-Peak-Grenzen für Steckersolargeräte spielen keine Rolle, weil das Gerät kein Steckersolargerät ist.

Drei Einschränkungen solltest du kennen:

  • Netz-Nachheizung. Der Heizstab hat eine Schuko-Verbindung zum Hausnetz. Laut Datenblatt ist der Heizstab elektrisch isoliert. Ob die Bundesnetzagentur eine solche Kombination als mittelbaren Netzanschluss wertet, haben wir in keiner behördlichen Stellungnahme gefunden. Wer sicher gehen will, fragt nach.
  • Kein Mieterprivileg. Der Anspruch nach § 554 BGB gilt für Steckersolargeräte. Ein DC-Heizstab mit Modulen am Balkon fällt nach unserem Verständnis nicht darunter; du brauchst die Zustimmung des Vermieters.
  • Gleichstrom ist kein Spielzeug. Ein Strang mit sechs bis acht Modulen erreicht mehrere hundert Volt Gleichspannung. Leitungen, Steckverbinder und Absicherung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.

Der DC-Weg ist sinnvoll, wenn keine netzgekoppelte PV-Anlage vorhanden ist und auch keine geplant wird, etwa auf einem Ferienhaus, einer Werkstatt oder in einem Mehrfamilienhaus mit Boilern in jeder Wohnung. Wer eine PV-Anlage auf dem Dach hat oder plant, fährt mit einem AC-Heizstab flexibler, weil der Solarstrom dann auch für Haushalt, Speicher und Auto zur Verfügung steht.

Wärmepumpenboiler: dreimal so viel Wärme je Kilowattstunde

Ein Wärmepumpenboiler, auch Brauchwasser- oder Warmwasser-Wärmepumpe genannt, ist ein Speicher mit aufgesetzter kleiner Wärmepumpe. Laut Verbraucherzentrale erwärmt er das Wasser auf 50 bis 60 Grad, braucht rund 70 Prozent weniger Strom als ein herkömmlicher elektrischer Warmwasserbereiter und erreicht bei einem guten Gerät eine Jahresarbeitszahl von 3 bis 4. Die Anschaffung beginnt nach ihren Angaben bei 2.000 bis 3.000 Euro, die Installation kommt hinzu.

Der Aufstellort entscheidet über die Effizienz. Die Verbraucherzentrale nennt Keller und Hauswirtschaftsraum, weil die Luft dort relativ warm ist. Das Gerät kühlt und entfeuchtet den Raum leicht, was im Vorratskeller erwünscht und im beheizten Hauswirtschaftsraum ein Nachteil sein kann, denn dann holt sich die Wärmepumpe ihre Energie im Winter indirekt aus der Heizung. In kalten Räumen sinkt die Effizienz, und das Betriebsgeräusch empfinden manche als störend.

Mit einer PV-Anlage wird der Wärmepumpenboiler interessant, weil er Überschuss besonders effizient speichert. Viele Geräte haben einen Eingang für ein Freigabesignal: Meldet der Wechselrichter oder Energiemanager Überschuss, heizt das Gerät den Speicher auf eine höhere Temperatur. Weil er für dieselbe Wärmeleistung nur ein Drittel bis ein Viertel der elektrischen Leistung eines Heizstabs braucht, läuft er schon mit dem Überschuss einer kleinen Anlage, wo ein 3-Kilowatt-Heizstab bereits Netzstrom ziehen würde.

Was rechtlich gilt

Gebäudeenergiegesetz. Bis Ende Juli 2026 verlangte § 71 GEG, dass neu eingebaute Heizungsanlagen schrittweise zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien arbeiten. Für Warmwasser enthielt er zwei Sonderregeln. Wurden Raumwärme und Warmwasser getrennt erzeugt, galt die Pflicht nur für die jeweils neu eingebaute Einzelanlage (Absatz 4). Erfolgte die Warmwasserbereitung dezentral und unabhängig von der Raumwärme, galt die Pflicht als erfüllt, wenn sie elektrisch erfolgte; elektrische Durchlauferhitzer mussten dafür elektronisch geregelt sein (Absatz 5).

Mit dem Gesetz vom 23. Juli 2026, verkündet am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226, sind die §§ 71 bis 73 GEG gestrichen worden (Artikel 1 Nummer 32). Dieser Teil trat nach Artikel 9 am Tag nach der Verkündung in Kraft, also am 29. Juli 2026; andere Teile des Gesetzes folgen 2027, 2028 und 2030. Das Gesetz heißt seitdem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die 65-Prozent-Pflicht und mit ihr die Sonderregel für elektrische Warmwasserbereitung gibt es damit nicht mehr. Für einen Heizstab, einen Wärmepumpenboiler oder eine Solarthermieanlage zum Warmwasser besteht nach unserem Stand keine Erfüllungspflicht mehr; die Entscheidung ist eine wirtschaftliche.

Neu geregelt sind Stromdirektheizungen. In ein neu zu errichtendes Gebäude mit Wohnungen darf eine Stromdirektheizung nach dem neuen § 10 Absatz 4 nur noch eingebaut werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz um mindestens 45 Prozent unterschreitet; ausgenommen sind Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. Ob ein elektrischer Warmwasserbereiter oder ein Heizstab im Sinne des Gesetzes als Stromdirektheizung gilt, haben wir im neuen Gesetzestext nicht abschließend geprüft; für die Nachrüstung eines Heizstabs in einem bestehenden Speicher spielt die Regel nach ihrem Wortlaut keine Rolle, weil sie nur Neubauten betrifft.

Netz und Anmeldung. Ein AC-Heizstab ist ein Verbraucher im Hausnetz wie eine Waschmaschine. Er ändert nichts an der Anmeldung der PV-Anlage im Marktstammdatenregister oder beim Netzbetreiber. Er hilft sogar bei einer Pflicht: Anlagen unter 25 Kilowatt mit Einspeisevergütung dürfen nach § 9 Absatz 2 EEG bis zum Einbau eines intelligenten Messsystems höchstens 60 Prozent ihrer installierten Leistung einspeisen. Was darüber liegt, kann der Heizstab aufnehmen, statt dass der Wechselrichter abregelt. Beim DC-Heizstab ohne Netzverbindung stellt sich keine dieser Fragen.

Wer installieren darf. Ein fest angeschlossener Heizstab mit 3 bis 3,5 Kilowatt ist eine Arbeit an der elektrischen Hausinstallation, die nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung eingetragenen Installateuren vorbehalten ist. Der Einbau in den Trinkwasserspeicher ist ein Eingriff in die Trinkwasseranlage; wesentliche Veränderungen daran darf nach § 12 der AVBWasserV nur das Wasserversorgungsunternehmen oder ein dort eingetragenes Installationsunternehmen ausführen. Was als wesentlich gilt, definiert die Verordnung nicht; nach unserem Verständnis gehört das Öffnen und Umrüsten eines Trinkwasserspeichers dazu. In der Praxis übernimmt ein SHK-Betrieb mit Elektrozulassung beides.

Umsatzsteuer. Für PV-Module, Wechselrichter und Speicher gilt bei Privatleuten der Nullsteuersatz. Das ergänzende BMF-Schreiben vom 30. November 2023 zählt Verbraucher, die den Solarstrom nutzen, ausdrücklich nicht zu den wesentlichen Komponenten, und nennt als Beispiele Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur. Einen Heizstab erwähnt es nicht; als Verbraucher fällt er nach unserem Verständnis unter den Regelsteuersatz von 19 Prozent.

Wann sich das rechnet: der Wert einer Kilowattstunde Überschuss

Ob ein Heizstab Geld spart, folgt aus einem einfachen Vergleich: Was kostet die Kilowattstunde Wärme, die er ersetzt, und was bringt die Kilowattstunde Strom, die du sonst einspeisen würdest? Für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen 1. August und 31. Dezember 2026 zahlt der Netzbetreiber bei Teileinspeisung 7,70 Cent je Kilowattstunde.

Die folgende Tabelle rechnet die Wärmekosten mit offenen Annahmen: Gas rund 12 Cent je kWh, entsprechend dem Neukundenpreis für Einfamilienhäuser von 12,23 Cent, den die BDEW-Gaspreisanalyse vom Herbst 2026 als Durchschnitt des bisherigen Jahres nennt, Kessel-Nutzungsgrad bei Warmwasser 85 Prozent; Netzstrom 33 Cent Arbeitspreis; Jahresarbeitszahl 3 für den Wärmepumpenboiler und 3,3 für eine Heizungswärmepumpe, wie sie der Feldtest des Fraunhofer ISE im Mittel für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Altbau gemessen hat.

Wärmequelle Kosten je kWh Wärme
Netzstrom im Elektroboiler oder Durchlauferhitzer rund 33 Cent
Gas im Brennwertkessel rund 14 Cent
Netzstrom im Wärmepumpenboiler rund 11 Cent
Netzstrom in der Heizungswärmepumpe rund 10 Cent
PV-Überschuss im Heizstab (entgangene Einspeisung) 7,70 Cent
PV-Überschuss im Wärmepumpenboiler rund 2,6 Cent

Daraus ergeben sich drei Faustregeln:

  • Mit Elektroboiler ist ein PV-Heizstab fast immer sinnvoll: Jede Kilowattstunde Überschuss spart rund 25 Cent.
  • Mit Gaskessel spart er rund 6 Cent je Kilowattstunde. In unserem Rechenbeispiel ergibt das eine Amortisation von rund 13 bis 16 Jahren.
  • Mit Heizungswärmepumpe lohnt er sich kaum, weil die Wärmepumpe Wärme fast so günstig erzeugt wie der Heizstab aus Überschuss. Hier ist es besser, die Wärmepumpe selbst per SG-Ready mit Überschuss zu fahren.

Die Rechnung kann sich mit dem EEG 2027 verschieben. Der Regierungsentwurf vom Juli 2026 sieht für neue kleine Anlagen statt der festen Vergütung eine befristete Übergangszahlung für höchstens 36 Monate vor; danach sinkt der Wert eingespeisten Stroms für Anlagen unter 25 kW deutlich. Anfang November 2026 war das Gesetz noch nicht beschlossen. Für Anlagen, die vor dem 1. Januar 2027 in Betrieb gehen, gilt die feste Vergütung über 20 Jahre weiter. Je weniger der eingespeiste Strom bringt, desto stärker lohnt jeder Weg, ihn im Haus zu nutzen.

Wie viel Warmwasser die PV-Anlage über das Jahr liefert

Wie viel des Warmwassers der Heizstab deckt, haben wir mit einer stündlichen Modellrechnung abgeschätzt: PVGIS-Erzeugungsdaten 2019 bis 2023 für eine 8-kWp-Anlage nach Süden in der Mitte Deutschlands, ein Haushalt mit 4.000 kWh Stromverbrauch nach dem BDEW-Standardlastprofil H25, 2.400 kWh Wärmebedarf für Warmwasser mit Zapfungen morgens und abends, ein Speicher mit rund 10 kWh nutzbarem Wärmeinhalt, stufenloser Heizstab bis 3,5 Kilowatt, kein Batteriespeicher.

Ein Faktor erwies sich als entscheidend: wann die Gasheizung nachheizt. Hält sie den Speicher ständig im oberen Bereich warm, bleibt mittags wenig Platz für Solarwärme. Heizt sie nur nach, wenn der Speicher fast leer ist, oder per Zeitprogramm erst abends, steigt der solare Anteil.

Monat Gaskessel hält Speicher ständig warm Nachheizung nur bei Bedarf
Januar 27 Prozent 31 Prozent
März 56 Prozent 69 Prozent
Mai 61 Prozent 75 Prozent
Juli 61 Prozent 76 Prozent
September 60 Prozent 74 Prozent
November 38 Prozent 45 Prozent
Dezember 27 Prozent 31 Prozent
Jahr rund 51 Prozent rund 62 Prozent

Standardlastprofile glätten die Lastspitzen einzelner Haushalte, reale Anlagen erreichen deshalb eher die unteren Werte. Eine größere Anlage hilft weniger, als man denkt: Mit 10 kWp steigt der Jahresanteil in derselben Rechnung nur um zwei bis drei Prozentpunkte, weil der Engpass im Winter liegt, nicht im Sommer. Wirksamer sind das Zeitprogramm des Kessels und ein Speicher mit genug Volumen unterhalb des Nachheiz-Bereichs.

Ein Wärmepumpenboiler, der bevorzugt mit Überschuss läuft, deckt in derselben Rechnung rund 54 bis 66 Prozent seiner Wärme mit Solarstrom; den Rest liefert er mit Netzstrom, bei Jahresarbeitszahl 3 also mit einem Drittel der Kilowattstunden.

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Von April bis September deckt der PV-Heizstab den größten Teil des Warmwassers, im Dezember weniger als ein Drittel.

Rechenbeispiel: Heizstab, Wärmepumpenboiler oder Solarthermie

Das folgende Beispiel ist eine Modellrechnung mit offenen Annahmen, keine Prognose für dein Haus. Ausgangslage: Vier-Personen-Haushalt mit Gas-Brennwertkessel, zentralem Warmwasserspeicher und einer bestehenden 8-kWp-Anlage ohne Batteriespeicher, Inbetriebnahme 2026 mit 7,70 Cent Einspeisevergütung. Warmwasserbedarf 2.400 kWh Wärme im Jahr; mit 85 Prozent Kessel-Nutzungsgrad sind das rund 2.820 kWh Gas für rund 340 Euro.

Posten A: Heizstab mit Regler B: Wärmepumpenboiler C: Solarthermie 5 m²
Investition rund 1.200 Euro (778 Euro Gerät, rund 400 Euro Einbau, Annahme) rund 4.000 Euro (Annahme, Verbraucherzentrale: ab 2.000 bis 3.000 Euro plus Installation) 7.000 Euro minus 30 Prozent KfW, also 4.900 Euro
Solarer Anteil am Warmwasser 51 bis 62 Prozent, rund 1.215 bis 1.480 kWh 54 bis 66 Prozent Einsparung laut Verbraucherzentrale rund 400 kWh je m²
Eingespartes Gas rund 1.430 bis 1.740 kWh rund 2.820 kWh, Kessel nur noch für Heizung rund 2.000 kWh
Wert des eingesparten Gases rund 170 bis 210 Euro rund 340 Euro rund 240 Euro
Neue Kosten entgangene Einspeisung 1.215 bis 1.480 kWh × 7,70 Cent, rund 95 bis 115 Euro 270 bis 370 kWh Netzstrom × 33 Cent plus 430 bis 530 kWh entgangene Einspeisung × 7,70 Cent, rund 130 bis 155 Euro Pumpenstrom, Wartung, Versicherung rund 100 Euro (co2online)
Ersparnis pro Jahr rund 75 bis 95 Euro rund 185 bis 210 Euro rund 140 Euro
Einfache Amortisation rund 13 bis 16 Jahre rund 19 bis 22 Jahre rund 35 Jahre

Drei Erkenntnisse aus dem Vergleich. Der Heizstab ist die günstigste Lösung und rechnet sich unter heutigen Bedingungen in gut einem Jahrzehnt, er spart aber absolut am wenigsten. Der Wärmepumpenboiler spart am meisten, weil er das Gas für Warmwasser ganz ersetzt und dabei kaum Netzstrom braucht; seine Investition ist aber dreimal so hoch. Die Solarthermie liegt bei Wärme je Quadratmeter vorn, verliert aber an der Investition und den laufenden Kosten; ihre Zahlen stammen aus dem Rechenbeispiel im Solarthermie-Guide.

Zwei Änderungen drehen das Bild. Erstens die Vergütung: Bringt eingespeister Strom nach dem Ende einer künftigen Übergangszahlung kaum noch etwas, entfällt beim Heizstab der größte Kostenposten, und die Ersparnis steigt auf rund 170 bis 210 Euro, die Amortisation sinkt auf sechs bis sieben Jahre. Zweitens der bisherige Wärmeerzeuger: Ersetzt der Heizstab einen Elektroboiler statt Gas, spart er bei 1.480 kWh solarer Wärme rund 1.480 × (33 − 7,70) Cent, also etwa 375 Euro im Jahr, und ist nach gut drei Jahren bezahlt. Ein Wärmepumpenboiler anstelle des Elektroboilers spart schon ohne PV rund 1.600 kWh Strom und damit gut 500 Euro im Jahr.

Nicht eingerechnet sind Preissteigerungen, Wartung des Heizstabs, ein früher Ausfall durch Verkalkung und eine eventuelle Kesselabschaltung im Sommer, die beim Wärmepumpenboiler zusätzlich Bereitschaftsverluste spart.

Von der Idee zum laufenden Heizstab

  1. Ausgangslage erfassen. Warmwasserbereitung (zentral oder dezentral, Gas, Öl, Strom, Wärmepumpe), Speichervolumen, freie Anschlüsse am Speicher, Sommerverbrauch am Gas- oder Stromzähler.

  2. Wert des Überschusses klären. Einspeisevergütung deiner Anlage, Batteriespeicher vorhanden, Einspeisebegrenzung nach § 9 EEG. Daraus ergibt sich, wie viel jede Kilowattstunde im Heizstab spart.

  3. Technik wählen. Heizstab mit stufenloser Regelung bei vorhandener PV-Anlage, Wärmepumpenboiler bei Ersatz eines alten Speichers oder Elektroboilers, DC-Heizstab ohne netzgekoppelte Anlage. Bei Heizungswärmepumpe zuerst SG-Ready prüfen.

  4. Speicher prüfen. Ein Muffenanschluss für Heizstäbe (meist 1½ Zoll) oder ein Flansch mit Adapter, Heizstablänge passend zum Speicherdurchmesser, Position im unteren Speicherbereich, damit der Heizstab das ganze Volumen nutzen kann.

  5. Angebot von SHK- und Elektrobetrieb. Einbau in den Speicher, fester elektrischer Anschluss mit Absicherung, Sicherheitstemperaturbegrenzer, Kommunikation mit Wechselrichter oder Zähler.

  6. Regler einstellen. Vorrang des Batteriespeichers, Maximaltemperatur, Legionellenfunktion, Zeitprogramm des Kessels so verschieben, dass er erst nachmittags oder abends nachheizt.

  7. Erste Monate beobachten. Wärmemengen oder Heizstab-Energie in der App mit dem Gasverbrauch vergleichen. Steigt der Netzbezug, stimmt die Regelung nicht.

Checkliste für Heizstab und Regler

  • Stufenlose Regelung. Nur so wird der Überschuss genau abgenommen. Stufige Heizstäbe ziehen entweder Netzstrom oder lassen Überschuss ungenutzt.
  • Messung am Netzanschlusspunkt. Der Regler muss wissen, was tatsächlich ins Netz fließt, nicht nur, was die Module erzeugen. Prüfe, ob er mit deinem Wechselrichter oder Smart Meter kommuniziert.
  • Vorrang einstellbar. Batteriespeicher und Haushalt zuerst, Heizstab danach; bei einem E-Auto mit Überschussladen eine klare Reihenfolge.
  • Sicherheitstemperaturbegrenzer. Er schaltet den Heizstab bei Überhitzung ab, unabhängig vom Regler. Ohne ihn kann der Speicher bei einem Reglerfehler überhitzen.
  • Passendes Gewinde und Länge. Viele Heizstäbe haben 1½ Zoll, die Länge muss in den Speicher passen und darf keine Wärmetauscherrohre berühren.
  • Legionellenfunktion. Ein Programm, das den Speicher regelmäßig auf 60 Grad bringt, bevorzugt mit Solarstrom zur Mittagszeit.
  • Netz-Nachheizung abschaltbar. Manche Regler bieten eine Warmwassergarantie mit Netzstrom. Bei Gaskessel im Haus ist das meist unnötig und teuer.
  • Material und Wasserhärte. Bei hartem Wasser verkalkt ein Heizstab schneller; frag nach Ausführung und Wartungsintervall.

Häufige Fehler und ihre Folgen

  • Heizstab mit Zeitschaltuhr statt Regler. Folge: An trüben Tagen heizt er mit Netzstrom zu 33 Cent. Lösung: Regler mit Messung am Netzanschlusspunkt.
  • Kessel hält den Speicher ständig auf 55 Grad. Folge: Mittags ist kaum Platz für Solarwärme, der solare Anteil sinkt um zehn Punkte und mehr. Lösung: Zeitprogramm des Kessels auf den Nachmittag oder Abend legen, Solltemperatur der Nachheizung absenken, soweit die Hygiene es zulässt.
  • Heizstab vor dem Batteriespeicher. Folge: Der Speicher ist abends leer, du kaufst teuren Strom zu. Lösung: Vorrang im Energiemanagement einstellen.
  • Heizstab bei Heizungswärmepumpe. Folge: Er ersetzt Wärme, die die Wärmepumpe für rund 10 Cent erzeugt, und spart fast nichts. Lösung: SG-Ready oder Überschussmodus der Wärmepumpe nutzen.
  • Heizstab im oberen Speicherbereich. Folge: Nur ein kleiner Teil des Volumens wird solar erwärmt. Lösung: Einbau möglichst weit unten, bei zwei Anschlüssen der untere.
  • Kein Verbrühschutz. Folge: Bei 70 Grad im Speicher kommt sehr heißes Wasser aus dem Hahn. Lösung: thermostatischer Mischer am Speicherausgang.
  • Selbstbau am Trinkwasserspeicher. Folge: Undichtigkeiten, Hygienerisiken, Verstoß gegen § 12 AVBWasserV. Lösung: eingetragener Installationsbetrieb.

Legionellen, Temperatur und Haltbarkeit

Warmwasser, das zu lange bei 30 bis 45 Grad steht, ist ein Nährboden für Legionellen. Die Verbraucherzentrale nennt die Grenzen der Trinkwasserverordnung: Speicher über 400 Liter und Leitungen mit mehr als 3 Litern Inhalt zwischen Speicher und Zapfstelle müssen am Speicherausgang dauerhaft mindestens 60 Grad haben; 3 Liter entsprechen nach ihrer Angabe rund 15 Metern Kupferrohr mit 15 Millimetern Durchmesser. Im ganzen Warmwassersystem sollen mindestens 55 Grad ankommen, was die Verbraucherzentrale auch für kleine Anlagen mit Zirkulation in Ein- und Zweifamilienhäusern empfiehlt.

Für die PV-Heizung ist das eher ein Vorteil. Der Heizstab kann mittags mit Überschuss auf 60 bis 70 Grad heizen und so Wärme auf Vorrat speichern, die abends gemischt mehr Warmwasser ergibt. Das verlangt einen thermostatischen Mischer, damit niemand sich verbrüht, und einen gut gedämmten Speicher, denn höhere Temperaturen bedeuten höhere Bereitschaftsverluste. Die Verbraucherzentrale rät bei einem Heizungstausch zu Speichern der Effizienzklasse A.

Heizstäbe sind Verschleißteile. Kalk lagert sich auf der Heizwendel ab, mindert die Wärmeübertragung und kann zur Überhitzung führen. In Gegenden mit hartem Wasser lohnt eine Kontrolle bei der Speicherwartung, zusammen mit der Schutzanode des Speichers. my-PV gibt auf den DC-Heizstab laut Datenblatt zwei Jahre Garantie.

Balkonkraftwerk und Warmwasser

Die Frage taucht oft auf, und die Antwort ist meist nein. Ein Balkonkraftwerk liefert höchstens 800 Watt, ein normaler Heizstab braucht 2 bis 3,5 Kilowatt; ein stufenloser Regler könnte den Überschuss zwar abnehmen, aber der Überschuss eines Sets mit zwei Modulen liegt laut unseren Guides bei etwa 200 bis 350 kWh im Jahr. Selbst vollständig in Warmwasser umgewandelt, ersetzt das bei Gas Wärme für 30 bis 50 Euro, abzüglich der Kosten für Regler und Installation. Mehr bringt es, Geräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler mittags laufen zu lassen. Wann sich ein kleines Set rechnet, steht im Guide zur Frage, ob sich ein Balkonkraftwerk lohnt.

Für die Dachanlage gilt umgekehrt: Wer eine Anlage noch plant, kann sie mit dem Warmwasser als zusätzlichem Verbraucher etwas größer auslegen. Wie viel Leistung bei welchem Verbrauch sinnvoll ist, steht im Guide zur Frage, wie viel kWp du brauchst. Einen Batteriespeicher als Alternative für den Überschuss rechnet der Guide zur PV-Anlage mit 10 kWp und Speicher durch.

Österreich und Schweiz

In Österreich ist der PV-Heizstab verbreitet, weil Überschussstrom ohne feste Einspeisevergütung oft nur zu marktabhängigen Preisen verkauft werden kann; je niedriger der Preis, desto eher lohnt der Heizstab. Ein Heizstab ist ein Verbraucher und ändert nichts an der Anmeldung der PV-Anlage beim Netzbetreiber. Der Nullsteuersatz für Photovoltaikmodule endete laut Finanzministerium grundsätzlich am 31. März 2025, seither gilt wieder der Normalsteuersatz von 20 Prozent, für Heizstab und Wärmepumpenboiler ohnehin.

Für Wärmepumpenboiler und Heizstäbe gibt es nach unserem Stand keine eigene Bundesförderung; manche Bundesländer und Gemeinden fördern Warmwasser-Wärmepumpen. Frag vor dem Kauf bei der Förderstelle deines Landes nach, meist gilt: Antrag vor Auftragsvergabe.

In der Schweiz regeln die Kantone den Umgang mit Elektroboilern in ihren Energiegesetzen, nach unserem Stand meist angelehnt an die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014). Der Kanton Zürich etwa verbietet den Neueinbau und den Ersatz zentraler, ausschließlich direkt elektrisch beheizter Wassererwärmer in Wohnbauten und verlangt ihren Ersatz bis 2030; dezentrale Boiler je Wohnung oder Zapfstelle sind unter Bedingungen ausgenommen. Wärmepumpen gelten dort nicht als Elektroheizung. Andere Kantone haben andere Fristen oder keine Ersatzpflicht.

Für den PV-Heizstab heißt das: Ein zentraler Speicher, der nur elektrisch beheizt wird, ist in vielen Kantonen keine zulässige Neulösung, ein Heizstab als Ergänzung zu einer Heizung oder Wärmepumpe dagegen schon. Der Wärmepumpenboiler ist die übliche Ersatzlösung für alte Elektroboiler. Frag beim kantonalen Energieamt nach den Regeln und Förderbeiträgen; auf Geräte und Installation fällt die normale Mehrwertsteuer von 8,1 Prozent an.

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Häufige Fragen

Lohnt sich ein Heizstab für die Photovoltaik?

Mit Gasheizung meist ja, aber langsam: Jede Kilowattstunde Überschuss bringt eingespeist 7,70 Cent und ersetzt im Heizstab Gas für rund 14 Cent. In unserer Beispielrechnung spart ein Heizstab an einer 8-kWp-Anlage rund 80 bis 100 Euro im Jahr. Mit einem Elektroboiler lohnt er sich deutlich schneller, mit einer Wärmepumpe kaum.

Wie viel Warmwasser kann eine PV-Anlage erzeugen?

Von April bis September meist den größten Teil, im Winter wenig. In unserer Modellrechnung deckt eine 8-kWp-Anlage über den Heizstab im Sommer 60 bis 75 Prozent und im Dezember 27 bis 31 Prozent des Warmwassers eines Vier-Personen-Haushalts. Wie viel genau, hängt stark davon ab, wann die Heizung nachheizt.

Was ist besser: Heizstab oder Warmwasser-Wärmepumpe?

Der Wärmepumpenboiler macht aus jeder Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme und spart deshalb mehr, kostet aber laut Verbraucherzentrale ab 2.000 bis 3.000 Euro plus Installation. Der Heizstab kostet mit Regler einen Bruchteil und nutzt nur Überschuss. Bei bestehendem Gaskessel und kleinem Budget ist der Heizstab der einfachere Einstieg.

Brauche ich einen Elektriker für den PV-Heizstab?

Für einen fest angeschlossenen Heizstab mit 3 bis 3,5 Kilowatt ja: Arbeiten an der Hausinstallation sind nach § 13 NAV eingetragenen Elektroinstallateuren vorbehalten. Der Einbau in den Speicher ist eine Arbeit an der Trinkwasseranlage; wesentliche Veränderungen daran gehören nach § 12 AVBWasserV in die Hand eines eingetragenen Installationsbetriebs.

Muss ich einen DC-Heizstab ohne Wechselrichter anmelden?

Eine Anlage, die weder unmittelbar noch mittelbar an ein Stromnetz angeschlossen ist, muss nach § 5 Abs. 2 MaStRV nicht ins Marktstammdatenregister. Der Hersteller my-PV wirbt für seinen DC-Heizstab ausdrücklich ohne Netzanschlussgenehmigung. Ob die eingebaute Netz-Nachheizung als mittelbarer Anschluss gilt, haben wir in keiner behördlichen Stellungnahme gefunden; frag im Zweifel bei der Bundesnetzagentur nach.

Kann ein Balkonkraftwerk Warmwasser machen?

Kaum sinnvoll. Ein Balkonkraftwerk liefert höchstens 800 Watt, ein Heizstab braucht 2 bis 3,5 Kilowatt, und der Überschuss eines typischen Sets liegt bei wenigen hundert Kilowattstunden im Jahr. Den Strom im Haushalt zu nutzen bringt mehr als warmes Wasser.

Gilt für Heizstab und Regler die Null-Prozent-Mehrwertsteuer?

Nach unserem Verständnis nein. Das ergänzende BMF-Schreiben vom 30. November 2023 zählt Verbraucher, die den Solarstrom nutzen, etwa Wärmepumpen und Ladestationen, nicht zu den wesentlichen Komponenten einer PV-Anlage. Ein Heizstab ist ebenfalls ein Verbraucher, auf ihn fallen dann 19 Prozent Umsatzsteuer an.

Wie heiß sollte das Wasser bei PV-Heizung sein?

Für große Anlagen über 400 Liter oder mit mehr als 3 Litern Leitungsinhalt verlangt die Trinkwasserverordnung laut Verbraucherzentrale mindestens 60 Grad am Speicherausgang. Für kleine Anlagen empfiehlt die Verbraucherzentrale mindestens 55 Grad in der Zirkulation. Ein PV-Heizstab kann mittags gezielt auf 60 Grad oder mehr heizen; ein Verbrühschutz am Speicherausgang begrenzt dann die Zapftemperatur.

Quellen

  1. GEG § 71 in der Fassung ab 01.01.2024: Anforderungen an eine Heizungsanlage (Abs. 4 und 5) buzer.de, konsolidierter Gesetzestext, abgerufen am 04.11.2026
  2. § 71 GEG (aufgehoben mit Wirkung vom 29.07.2026) buzer.de, konsolidierter Gesetzestext, abgerufen am 04.11.2026
  3. BGBl. 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (23.07.2026), Art. 1 Nr. 32 und Art. 9 Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  4. Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schafft GEG ab: Was sich ändert und was bleibt (17.07.2026) GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten, abgerufen am 04.11.2026
  5. MaStRV § 5: Registrierungspflicht und Ausnahmen für Inselanlagen Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  6. NAV § 13: Arbeiten an der Anlage nur durch eingetragene Installateure Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  7. AVBWasserV § 12: Kundenanlage, Arbeiten nur durch eingetragene Installationsunternehmen Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  8. Arbeitshilfe EEG-Vergütungssätze ab 1. August 2026 Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, abgerufen am 04.11.2026
  9. EEG § 9 Abs. 2: Begrenzung der Einspeisung auf 60 Prozent bis zum Einbau eines intelligenten Messsystems Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  10. Gesetzentwurf der Bundesregierung zum EEG 2027 (29.07.2026) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, abgerufen am 04.11.2026
  11. Ergänzendes BMF-Schreiben zum Nullsteuersatz auf PV-Anlagen (30.11.2023) Zentralverband des Deutschen Handwerks, abgerufen am 04.11.2026
  12. Brauchwasserwärmepumpe Verbraucherzentrale Bundesverband, Energieberatung, abgerufen am 04.11.2026
  13. Wärmepumpe mit Photovoltaik Verbraucherzentrale Bundesverband, Energieberatung, abgerufen am 04.11.2026
  14. Kosten für Warmwasser senken: Das können Sie als Hausbesitzer tun (Stand 21.07.2026) Verbraucherzentrale Bundesverband, abgerufen am 04.11.2026
  15. Solarthermie: So nutzen Sie Solarenergie für Heizung und Warmwasser (Stand 30.09.2026) Verbraucherzentrale Bundesverband, abgerufen am 04.11.2026
  16. Solarthermie: Preise, Kosten und Amortisation (Stand April 2026) co2online, abgerufen am 04.11.2026
  17. AC ELWA 2: Produktseite und technische Daten my-PV GmbH, abgerufen am 04.11.2026
  18. ELWA: Datenblatt DC-Heizstab (Stand 19.12.2022) my-PV GmbH, abgerufen am 04.11.2026
  19. Fronius Ohmpilot: technische Daten Fronius International, abgerufen am 04.11.2026
  20. my-PV AC ELWA 2 (Händlerpreis, abgerufen 04.11.2026) photovoltaik4all, abgerufen am 04.11.2026
  21. Wärmepumpenfeldtest: Zwischenergebnisse bestätigen effizienten Betrieb auch im Altbau (01.03.2024) Fraunhofer ISE, abgerufen am 04.11.2026
  22. PVGIS: Photovoltaic Geographical Information System (SARAH3) Europäische Kommission, Joint Research Centre, abgerufen am 04.11.2026
  23. BDEW-Gaspreisanalyse (Herbst 2026) Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, abgerufen am 04.11.2026
  24. Elektroheizungen und Elektro-Wassererwärmer Kanton Zürich, Baudirektion, abgerufen am 04.11.2026
  25. Steuersatz für Photovoltaikmodule Bundesministerium für Finanzen Österreich, abgerufen am 04.11.2026

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