Solaranlage
Terrassendach mit Solarmodulen: Genehmigung, Statik, Ertrag, Kosten
Ein Solar-Terrassendach mit Glas-Glas-Modulen liefert bei 10 Grad Neigung laut PVGIS rund 950 kWh je kWp. Baurecht, Statik, Kosten und Anschluss.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei 10 Grad Neigung nach Süden liefert ein Solar-Terrassendach in der Mitte Deutschlands laut PVGIS rund 950 kWh je kWp und Jahr, 92 Prozent eines steilen Süddachs.
- Ein nach Norden geneigtes Terrassendach mit 10 Grad kommt laut PVGIS noch auf rund 790 kWh je kWp, gut drei Viertel des Süddachs.
- In Bayern sind Terrassenüberdachungen bis 30 Quadratmeter verfahrensfrei, in Nordrhein-Westfalen bis 30 Quadratmeter und 4,50 Meter Tiefe.
- Glas-Glas-Module wiegen etwa 20 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter; die Schneelast auf einem flachen Dach in Zone 2 auf 300 Metern Höhe beträgt rund 71 Kilogramm je Quadratmeter.
- Auf die PV-Module fällt 0 Prozent Umsatzsteuer an, auf die tragende Unterkonstruktion der Überdachung 19 Prozent.
- Mit rund 11 Quadratmetern semitransparenter Module und 20 Prozent freier Fläche bleibt ein Terrassendach mit rund 1,9 kWp unter der Grenze von 2.000 Watt Peak für Steckersolargeräte.
Ein Terrassendach mit Solarmodulen ist eine Überdachung, deren Eindeckung aus Glas-Glas-Modulen besteht oder die Module auf einer geschlossenen Dachfläche trägt. Bei 10 Grad Neigung nach Süden liefert es in der Mitte Deutschlands laut PVGIS rund 950 Kilowattstunden je kWp im Jahr. Bis 30 Quadratmeter ist eine Terrassenüberdachung in vielen Bundesländern verfahrensfrei. Bis 2.000 Watt Peak und 800 Voltampere lässt sie sich als Balkonkraftwerk anschließen, darüber als reguläre PV-Anlage.
Was ein Solar-Terrassendach ist: drei Bauformen
Unter dem Begriff laufen drei verschiedene Lösungen, die sich bei Kosten, Licht, Dichtigkeit und Statik deutlich unterscheiden. Bevor du Angebote vergleichst, lohnt es sich, die Bauform festzulegen.
| Bauform | Aufbau | Licht darunter | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Module als Eindeckung | semitransparente Glas-Glas-Module liegen statt Glasscheiben auf den Sparren | gemustert hell, je nach Zellabstand | Neubau einer Überdachung |
| Module auf geschlossenem Dach | Trapezblech, Stegplatten oder Paneele als Dach, normale Module auf Schienen darüber | dunkel | Nachrüstung, möglichst viel Leistung |
| Module auf bestehendem Glasdach | vorhandene Glaseindeckung bleibt, Module werden darüber befestigt | dunkel | selten sinnvoll, Statik meist nicht ausgelegt |
Die erste Bauform ist das, was die meisten mit einem Solar-Terrassendach meinen. Zwischen den Solarzellen bleibt Glas frei, sodass ein Teil des Lichts auf die Terrasse fällt und darunter ein Muster aus hellen Streifen und dunklen Quadraten entsteht. Die Module übernehmen zugleich die Aufgabe der Glaseindeckung: Sie halten Regen ab und müssen als Überkopfverglasung die Glasregeln erfüllen. Wie viel Licht verschiedene Zellabstände durchlassen und was das für die Leistung bedeutet, erklärt der Guide zu transparenten Solarmodulen.
Die zweite Bauform ist technisch eine kleine Dachanlage auf einem Nebengebäude. Darunter ist es dunkel, dafür passen günstige Standardmodule mit 220 bis 245 Watt Peak je Quadratmeter, und die Dichtigkeit hängt an einer bewährten Dachdeckung statt an Fugen zwischen Glasscheiben. Für die Unterkonstruktion gelten dieselben Prinzipien wie auf jedem Dach; der Guide zum PV-Montagesystem beschreibt Schienen, Klemmen und Befestigung.
Die dritte Bauform scheitert meist an der Statik. Eine Glasüberdachung aus dem Baumarkt ist für ihr eigenes Gewicht und die Schneelast bemessen, nicht für zusätzlich 15 bis 25 Kilogramm Module je Quadratmeter. Ohne Nachweis des Herstellers oder eines Statikers ist davon abzuraten.
Baurecht: wann ein Solar-Terrassendach genehmigungsfrei ist
Ob du eine Baugenehmigung brauchst, regelt die Bauordnung deines Bundeslandes. Die meisten Länder führen Terrassenüberdachungen in der Liste der verfahrensfreien Bauvorhaben, mit Grenzen für Fläche und teils für die Tiefe. Für die Solarmodule selbst gibt es keine eigene Genehmigung: Solaranlagen in, an und auf Dachflächen sind in den Bauordnungen in der Regel ebenfalls verfahrensfrei, und beim Terrassendach bilden sie das Dach.
| Land | Verfahrensfreie Terrassenüberdachung | Quelle |
|---|---|---|
| Bayern | bis 30 m² Fläche, keine Tiefenbegrenzung im Gesetzestext | Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 g BayBO, Fassung ab 1. Mai 2026 |
| Nordrhein-Westfalen | bis 30 m² Fläche und 4,50 m Tiefe | § 62 Abs. 1 BauO NRW laut Merkblatt der Stadt Monheim am Rhein |
| Berlin | bis 30 m² Fläche und 3 m Tiefe | § 61 Abs. 1 Nr. 1 g BauO Bln, Fassung nach der Änderung vom 9. Juli 2026 |
| Mecklenburg-Vorpommern | bis 40 m² Fläche, keine Tiefenbegrenzung im Gesetzestext | § 61 Abs. 1 Nr. 1 g LBauO M-V, Fassung nach der Änderung vom 8. Juli 2026 |
| übrige Länder | häufig 30 m², teils mit Tiefengrenze | Landesbauordnung, beim Bauamt prüfen |
Die Werte für Bayern, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stammen aus den amtlichen Gesetzesdatenbanken der Länder, Stand 4. November 2026, der Wert für Nordrhein-Westfalen aus dem Merkblatt einer Bauaufsicht. Landesbauordnungen werden häufig geändert, alle drei genannten Länder haben ihre im Jahr 2026 überarbeitet. Prüfe den aktuellen Wortlaut deines Landes, bevor du bestellst.
Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei
Die Stadt Monheim formuliert es in ihrem Merkblatt deutlich: Die Verfahrensfreiheit entbindet nicht von den Anforderungen der Bauordnung und anderer Vorschriften, sie überträgt die Verantwortung allein auf den Bauherrn. Ohne Bauantrag prüft niemand vorab, ob dein Vorhaben die Regeln einhält; wird ein Verstoß später bemerkt, drohen Rückbau oder Nachgenehmigung. Vier Punkte musst du selbst klären:
- Bebauungsplan. Er kann Baugrenzen, überbaubare Flächen, Dachformen oder Materialien festsetzen. Liegt die Terrasse außerhalb des Baufensters, brauchst du eine Befreiung, auch für ein verfahrensfreies Vorhaben.
- Abstandsflächen. In Nordrhein-Westfalen müssen Terrassenüberdachungen nach dem Merkblatt mindestens 3 Meter Abstand zur Nachbargrenze halten; bei Reihen- und Doppelhäusern können geringere Abstände oder Grenzbebauung zulässig sein. Andere Länder regeln das ähnlich, aber nicht gleich.
- Denkmalschutz und Gestaltungssatzungen. In Altstadtbereichen und an Baudenkmälern ist die Verfahrensfreiheit oft aufgehoben; eine Überdachung mit sichtbaren Solarzellen braucht dann eine Erlaubnis.
- Standsicherheit. Jede bauliche Anlage muss im Ganzen und in ihren Teilen standsicher sein. Das gilt auch ohne Bauantrag und ist beim schweren Solardach der wichtigste Punkt.
Grenzabstand und Reihenhaus
Beim Reihenhaus reicht die Terrasse oft bis an die Grundstücksgrenze zum Nachbarn. Eine Überdachung bis an die Grenze ist dann nur zulässig, wenn das Landesrecht Grenzbebauung erlaubt oder der Nachbar zustimmt, etwa durch eine Baulast. Das Merkblatt aus Monheim weist für Nordrhein-Westfalen darauf hin, dass Terrassenüberdachungen an seitlichen Nachbargrenzen keine Brandwand brauchen. In anderen Ländern kann das anders sein. Bei Wohnungseigentum kommt hinzu, dass die Terrassenfläche oft Gemeinschaftseigentum mit Sondernutzungsrecht ist; eine Überdachung ist dann eine bauliche Veränderung, über die die Eigentümergemeinschaft beschließt.
Glas über Kopf: was die Module können müssen
Ein Terrassendach mit Modulen als Eindeckung ist eine Überkopfverglasung. Nach der Darstellung von 42watt gilt Glas, das mehr als 10 Grad gegen die Senkrechte geneigt ist, als Überkopfverglasung und ist nach DIN 18008 nachzuweisen. Der Grund ist einfach: Bricht eine Scheibe, dürfen keine Splitter auf die Menschen darunter fallen. Die untere Scheibe muss deshalb in der Regel als Verbundsicherheitsglas wirken, das auch gebrochen zusammenhält.
Normale Solarmodule haben keinen solchen Nachweis. Ein Standardmodul mit Aluminiumrahmen und einer Glasscheibe auf Kunststoffrückseite ist für die Montage auf einem Dach gebaut, nicht als Dach über einer Terrasse. Der einfachste Nachweis für Glas-Glas-Module ist eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung mit Bauartgenehmigung des Deutschen Instituts für Bautechnik. Die Alternativen, eine Zustimmung im Einzelfall oder eine vorhabenbezogene Bauartgenehmigung, kosten Zeit und Geld.
Wie so eine Zulassung aussieht, zeigt das Beispiel Z-70.3-199 des DIBt für drei Solarwatt-Module, in der Fassung vom 26. August 2025 gültig bis 17. Mai 2028. Sie beschreibt Module aus zwei Glasscheiben mit zwei Lagen Verbundfolie und eingebetteten Zellen. Beim Typ Vision 36M glass haben beide Scheiben mindestens 4 Millimeter Nenndicke und bestehen aus teilvorgespanntem Glas oder Einscheibensicherheitsglas; die Module dürfen bis zu einer Größe von 3,70 mal 2,10 Metern als linien- oder punktförmig gelagerte Verglasung verwendet und als Verbundsicherheitsglas im Sinne der DIN 18008 geplant werden. Voltgeber nennt das Beispiel zur Erklärung, nicht als Empfehlung.
Für dein Angebot heißt das: Lass dir die Zulassungsnummer nennen, prüfe im Zulassungsdownload des DIBt, ob sie noch gültig ist, und achte darauf, dass sie deinen Einbau abdeckt. Modulgröße, Lagerung, Neigung und Unterkonstruktion müssen zu den Bestimmungen passen. Eine Zulassung für ein anderes Format oder eine andere Lagerung hilft nicht.
Statik: Eigengewicht, Schnee und Wind
Glas-Glas-Module sind schwer. Ratgeber nennen für sie 20 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter, teils bis 28, für die Aluminium-Unterkonstruktion weitere 15 bis 25 Kilogramm. Ein Dach mit 20 Quadratmetern bringt damit allein an Modulen 400 bis 500 Kilogramm auf die Pfosten und die Wandbefestigung. Das ist etwa doppelt so viel wie bei einem Standardmodul gleicher Fläche und deutlich mehr als bei einer Eindeckung aus Stegplatten.
Den größeren Anteil hat im Winter aber der Schnee. Die Schneelast am Boden hängt von der Schneelastzone und der Geländehöhe ab und steht im Nationalen Anhang zur DIN EN 1991-1-3. Für flache Dächer bis 30 Grad Neigung wird sie mit dem Formbeiwert 0,8 auf die Dachlast umgerechnet. Die folgende Tabelle zeigt die Werte nach den Formeln des Nationalen Anhangs, wie Fachportale sie wiedergeben.
| Schneelastzone | Mindestwert am Boden | am Boden auf 300 m | am Boden auf 500 m | Dachlast bei 0 bis 30 Grad, 500 m |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 0,65 kN/m² | 0,65 kN/m² | 0,84 kN/m² | 0,67 kN/m² |
| 1a | 0,81 kN/m² | 0,81 kN/m² | 1,04 kN/m² | 0,84 kN/m² |
| 2 | 0,85 kN/m² | 0,89 kN/m² | 1,60 kN/m² | 1,28 kN/m² |
| 2a | 1,06 kN/m² | 1,11 kN/m² | 2,01 kN/m² | 1,60 kN/m² |
| 3 | 1,10 kN/m² | 1,29 kN/m² | 2,37 kN/m² | 1,90 kN/m² |
Ein Kilonewton je Quadratmeter entspricht rund 100 Kilogramm. In Zone 2 auf 300 Metern Höhe liegen also rund 71 Kilogramm Schnee auf jedem Quadratmeter Dach, dreimal so viel wie das Gewicht der Module. In Zone 3 auf 500 Metern sind es fast 200 Kilogramm. In welcher Zone dein Grundstück liegt, steht in der Zonenkarte zum Nationalen Anhang; das Bauamt oder der Hersteller der Überdachung kann es dir sagen.
Die Hauswand macht es schwieriger. Ein Terrassendach sitzt fast immer unter einem höheren Hausdach. An solchen Höhensprüngen weht der Wind Schnee in den Windschatten, und vom Hausdach kann Schnee abrutschen. Die Norm behandelt das als Schneeanhäufung an Höhensprüngen; Statikprogramme rechnen dafür mit einer Last, die nahe der Wand ein Mehrfaches der normalen Dachlast erreichen kann. Ein Schneefanggitter auf dem Hausdach verringert das Risiko durch abrutschenden Schnee, ersetzt den Nachweis aber nicht.
Wind zieht nach oben. Ein offenes Terrassendach wird nicht nur von oben belastet, sondern auch von unten angeströmt. Der Sog kann die Module aus ihrer Lagerung heben, wenn Klemmen und Pfosten nicht dafür bemessen sind. Wie teuer ein Befestigungsfehler werden kann, zeigt ein Urteil des Landgerichts Köln vom 9. Mai 2025 (18 O 254/23): Eine Anlage auf dem Dach einer Betriebshalle war im Sturm im Februar 2020 abgehoben, und das Gericht konnte nicht feststellen, dass genügend Ballaststeine verlegt waren; der Installateur musste dem Gebäudeversicherer 75.000 Euro zahlen. Es ging um ein Hallendach, nicht um ein Terrassendach, das Prinzip gilt aber für jede leichte Konstruktion.
Was die Module aushalten. Modulhersteller geben die zulässige Last in Pascal an. Für Standardmodule sind 2.400 Pascal üblich, für schneelastgeeignete Module 5.400 Pascal, für rahmenlose Glas-Glas-Module teils deutlich mehr; ein Pascal entspricht einem Newton je Quadratmeter. Diese Werte gelten nur für die im Montagehandbuch beschriebenen Klemm- oder Auflagepunkte. Wer die Module anders lagert, etwa nur an zwei Seiten statt an vier, verliert einen Teil der Belastbarkeit.
Rechenbeispiel: Lasten auf einem Terrassendach mit 12 Quadratmetern
Das Beispiel zeigt Größenordnungen, es ersetzt keine Statik. Angenommen wird ein Terrassendach von 4 Metern Breite und 3 Metern Tiefe mit 8 Grad Neigung, Glas-Glas-Modulen und Aluminium-Unterkonstruktion, Schneelastzone 2, Geländehöhe 300 Meter.
- Schnee: Bodenlast 0,25 + 1,91 × ((300 + 140) ÷ 760)² = rund 0,89 Kilonewton je Quadratmeter, Dachlast 0,8 × 0,89 = rund 0,71.
- Module: 22 Kilogramm je Quadratmeter, also rund 0,22 Kilonewton.
- Unterkonstruktion: angenommen 15 Kilogramm je Quadratmeter, rund 0,15 Kilonewton.
- Summe der charakteristischen Lasten: 0,71 + 0,22 + 0,15 = rund 1,08 Kilonewton je Quadratmeter, auf 12 Quadratmetern rund 13 Kilonewton oder 1,3 Tonnen.
Für die Bemessung kommen Sicherheitsbeiwerte hinzu, nach dem Eurocode üblicherweise 1,35 für ständige und 1,5 für veränderliche Lasten wie Schnee. Damit wird aus 1,3 Tonnen ein Bemessungswert von grob 1,9 Tonnen, und an der Hauswand kann eine Schneeanhäufung lokal noch mehr bringen. Diese Last tragen bei einem freistehenden Dach meist zwei Pfosten vorn und die Wandbefestigung hinten. Ein Statiknachweis kostet nach Angaben eines Ratgebers etwa 500 bis 1.000 Euro, wenn Unterlagen vorliegen, und bis 2.500 Euro mit Aufmaß vor Ort.
Ertrag: was ein flaches Dach mit 5 bis 15 Grad liefert
Terrassendächer sind flach geneigt, meist zwischen 5 und 15 Grad, damit Regen abläuft und die Überdachung nicht zu hoch wird. Das kostet gegenüber einem steilen Hausdach Ertrag, aber weniger, als viele erwarten. Wir haben PVGIS 5.3 für einen Standort in der Mitte Deutschlands abgefragt (51 Grad Nord, 10 Grad Ost), mit Strahlungsdaten SARAH3 der Jahre 2005 bis 2023, 14 Prozent Systemverlusten und dem Geländehorizont.
| Neigung und Ausrichtung | Ertrag je kWp und Jahr | im Verhältnis zu 35° Süd | Dezember je kWp | Juni je kWp |
|---|---|---|---|---|
| 0° (waagerecht) | 879 kWh | 85 % | 12,8 kWh | 133,7 kWh |
| 5° Süd | 917 kWh | 89 % | 15,1 kWh | 135,1 kWh |
| 8° Süd | 937 kWh | 91 % | 16,5 kWh | 135,6 kWh |
| 10° Süd | 950 kWh | 92 % | 17,4 kWh | 135,8 kWh |
| 15° Süd | 977 kWh | 94 % | 19,5 kWh | 135,9 kWh |
| 10° Ost | 872 kWh | 84 % | 12,9 kWh | 132,3 kWh |
| 10° West | 873 kWh | 84 % | 12,9 kWh | 132,3 kWh |
| 5° Nord | 836 kWh | 81 % | 10,6 kWh | 131,6 kWh |
| 10° Nord | 790 kWh | 76 % | 9,0 kWh | 128,8 kWh |
| 15° Nord | 743 kWh | 72 % | 8,5 kWh | 125,3 kWh |
| 35° Süd (Hausdach zum Vergleich) | 1.034 kWh | 100 % | 26,5 kWh | 130,5 kWh |
Drei Ergebnisse sind für die Planung wichtig. Im Sommer liefert das flache Dach sogar etwas mehr als das steile Hausdach, weil die Sonne hoch steht; der Verlust entsteht fast vollständig im Winterhalbjahr. Bei flacher Neigung spielt die Himmelsrichtung eine kleinere Rolle als auf dem Hausdach: Ost und West verlieren bei 10 Grad nur rund 8 Prozent gegenüber Süd.
Und auch eine Terrasse auf der Nordseite des Hauses ist nicht verloren. Das Dach fällt dann vom Haus weg nach Norden ab und liefert bei 10 Grad noch gut drei Viertel des Süddachs. Bei 5 Grad sind es 81 Prozent. Wer auf der Nordseite baut, wählt deshalb die flachste Neigung, die Wasserablauf und Hersteller zulassen. Allerdings liegt eine Nordterrasse oft im Schatten des Hauses, besonders im Winter, und den zeigt PVGIS nicht.
Für andere Standorte liefert dieselbe Abfrage mit 10 Grad nach Süden diese Werte je kWp: Hamburg rund 897, Köln rund 942, Berlin rund 954, München rund 1.033 Kilowattstunden. Die Unterschiede zwischen Nord und Süd entstehen auch hier vor allem im Winter: Im Dezember liefert dasselbe Dach in München mit rund 30 Kilowattstunden je kWp mehr als doppelt so viel wie in Hamburg mit rund 14.
Was PVGIS nicht enthält
PVGIS rechnet mit freiem Himmel bis zum Geländehorizont. Ein Terrassendach steht aber direkt an der Hauswand, oft zwischen Nachbarhäusern, Hecken und Bäumen. Morgens und abends werfen Seitenwände und Nachbargebäude Schatten, im Winter auch das eigene Haus, wenn die Terrasse nicht genau nach Süden liegt. Rechne für ein Dach mit seitlicher Verschattung lieber mit 10 bis 20 Prozent weniger als die Tabelle.
Flache Glasflächen verschmutzen außerdem schneller. Unter 10 Grad spült Regen Pollen, Laub und Vogelkot schlechter ab, und an der unteren Kante sammelt sich Schmutz, der die unterste Zellreihe beschattet. Weil Zellen in Reihe verschaltet sind, kann ein schmaler Schmutzrand den Ertrag eines ganzen Moduls stärker senken, als seine Fläche vermuten lässt. Ein Dach mit 8 bis 10 Grad ist ein guter Kompromiss zwischen Ertrag, Selbstreinigung und Bauhöhe.
Leistung: wie viel kWp auf ein Terrassendach passen
Wie viel Leistung ein Terrassendach hat, hängt von der Fläche und von der Transparenz der Module ab. Semitransparente Glas-Glas-Module mit 20 Prozent freier Fläche leisten rund 170 Watt Peak je Quadratmeter, mit 30 bis 38 Prozent freier Fläche rund 140, opake Module rund 225. Die Tabelle rechnet mit der Annahme, dass Sparren und Randprofile rund ein Zehntel der Dachfläche belegen.
| Dachfläche | belegte Glasfläche (Annahme) | 20 % frei, rund 170 Wp/m² | 30 bis 38 % frei, rund 140 Wp/m² | opak, rund 225 Wp/m² | Jahresertrag bei 950 kWh/kWp, 20 % frei |
|---|---|---|---|---|---|
| 3 × 4 m = 12 m² | rund 11 m² | rund 1,9 kWp | rund 1,5 kWp | rund 2,5 kWp | rund 1.800 kWh |
| 3 × 5 m = 15 m² | rund 13,5 m² | rund 2,3 kWp | rund 1,9 kWp | rund 3,0 kWp | rund 2.200 kWh |
| 4 × 6 m = 24 m² | rund 21,5 m² | rund 3,7 kWp | rund 3,0 kWp | rund 4,8 kWp | rund 3.500 kWh |
| 5 × 6 m = 30 m² | rund 27 m² | rund 4,6 kWp | rund 3,8 kWp | rund 6,1 kWp | rund 4.400 kWh |
Die Tabelle zeigt eine wichtige Schwelle. Ein Terrassendach mit 12 Quadratmetern und semitransparenten Modulen kommt auf rund 1,9 kWp und bleibt damit unter den 2.000 Watt Peak, die ein Steckersolargerät haben darf. Ab etwa 13 bis 14 Quadratmetern bei 20 Prozent freier Fläche wird die Grenze überschritten; wer dann trotzdem als Balkonkraftwerk anschließen will, muss einen Teil der Fläche mit Klarglas statt Modulen eindecken oder Module mit mehr freier Fläche wählen.
Anschluss: als Balkonkraftwerk oder als reguläre PV-Anlage
Elektrisch gibt es zwei Wege, und die Fläche entscheidet meist schon, welcher passt.
| Kriterium | Als Balkonkraftwerk | Als reguläre PV-Anlage |
|---|---|---|
| Modulleistung | bis 2.000 Wp | beliebig, meist 2 bis 6 kWp |
| Wechselrichter | bis 800 VA | passend zur Modulleistung |
| Anmeldung | nur Marktstammdatenregister | Netzanschlussbegehren beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister |
| Elektrofachkraft | für die Einspeisesteckdose ab 960 Wp laut Norm | für Anschluss und Inbetriebnahme |
| Einspeisevergütung | keine | 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung bis 10 kWp, Inbetriebnahme August bis Dezember 2026 |
| Begrenzung | 800 VA am Wechselrichter | 60 Prozent der installierten Leistung ohne intelligentes Messsystem bei Vergütung |
Als Balkonkraftwerk
Ein kleines Terrassendach mit bis zu 2.000 Watt Peak kann als Steckersolargerät nach § 8 Absatz 5a EEG laufen. Dann genügt die Registrierung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme, und der Netzbetreiber wird automatisch informiert. Die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 sieht über 960 Watt Peak statt des Schuko-Steckers eine spezielle Energiesteckvorrichtung vor, die eine Elektrofachkraft setzt; was sie kostet und wo sie hingehört, steht im Guide zur Wieland-Steckdose. Auf der Terrasse ist eine Außensteckdose an der Hauswand der naheliegende Ort.
Die 800-Watt-Grenze kostet bei einem flachen Süddach mehr als bei einem senkrechten Balkonmodul, weil das Dach mittags viel Licht bekommt. Für ein Dach mit 1,9 kWp bei 10 Grad nach Süden haben wir die PVGIS-Stundenwerte 2014 bis 2023 bei 800 Watt gekappt: Statt rund 1.810 Kilowattstunden liefert es im Modell rund 1.570, gut 13 Prozent weniger. Ein Norddach gleicher Größe verliert durch die Kappung nur knapp 7 Prozent und kommt auf rund 1.410. Stundenwerte glätten kurze Spitzen; der tatsächliche Verlust liegt etwas höher. Ein DC-Speicher zwischen Modulen und Wechselrichter kann einen Teil des Mittagsüberschusses aufnehmen.
Wichtig ist die Summe hinter dem Zähler. Hast du schon ein Balkonkraftwerk am Balkon, teilt sich das Terrassendach mit ihm die 800 Voltampere und die 2.000 Watt Peak. Was im vereinfachten Verfahren mit vier Modulen erlaubt ist, erklärt der Guide zum Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt.
Als reguläre Anlage
Größere Dächer werden wie jede Photovoltaikanlage angeschlossen: Ein eingetragener Elektrofachbetrieb stellt das Netzanschlussbegehren, schließt die Anlage an und nimmt sie in Betrieb; du registrierst sie innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister. Für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen 1. August und 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, zahlt der Netzbetreiber laut DGS-Arbeitshilfe bei Teileinspeisung 7,70 Cent je eingespeister Kilowattstunde und bei Volleinspeisung 12,22 Cent, jeweils 20 Jahre lang.
Ohne intelligentes Messsystem darf eine vergütete Anlage nach § 9 Absatz 2 EEG höchstens 60 Prozent ihrer installierten Leistung einspeisen. Für ein Dach mit 3,7 kWp nach Süden mit 10 Grad sind das 2,22 Kilowatt; in unserer Rechnung mit Stundenwerten gehen dadurch rund 2 Prozent des Jahresertrags verloren, bei Eigenverbrauch am Mittag weniger. Für Anlagen ab 2027 sieht der Regierungsentwurf zum EEG statt der festen Vergütung eine befristete Übergangszahlung vor; Stand 4. November 2026 war das Gesetz nicht beschlossen.
Gibt es auf dem Haus schon eine Photovoltaikanlage, kann das Terrassendach oft an deren Wechselrichter oder an einen gemeinsamen Hybridwechselrichter mit Speicher. Das spart einen zweiten Zähler und eine zweite Anmeldung, setzt aber voraus, dass der Wechselrichter einen freien Eingang mit passendem Spannungsbereich hat. Die flache Neigung und die andere Ausrichtung des Terrassendachs brauchen einen eigenen MPP-Tracker.
Kosten: was ein Solar-Terrassendach kostet
Belastbare Preise für Solar-Terrassendächer sind schwer zu bekommen, weil Größe, Material, Glasart und Montage stark variieren. Die folgenden Zahlen stammen aus Ratgeberportalen, nicht aus eigenen Erhebungen, und sind als Marktbeobachtung zu lesen.
| Größe | Holz | Aluminium | Premium-Aluminium mit Beleuchtung |
|---|---|---|---|
| 4 × 3 m (12 m²) | ab 9.500 Euro | ab 13.500 Euro | ab 17.500 Euro |
| 5 × 3 m (15 m²) | ab 11.500 Euro | ab 16.000 Euro | ab 20.500 Euro |
| 6 × 4 m (24 m²) | ab 17.000 Euro | ab 23.000 Euro | ab 28.500 Euro |
Die Tabelle gibt die Ab-Preise von solaranlage-tipps.de wieder, abgerufen im November 2026, für Tragwerk, Glas-Glas-Module, Wechselrichter und Montage, ohne Speicher und Wallbox. Die Mehrkosten gegenüber einer klassischen Aluminium-Überdachung mit 12 Quadratmetern beziffert das Portal auf etwa 4.000 bis 8.000 Euro. EnergieFluss24 nennt im September 2026 für 20 Quadratmeter in Komplettmontage 10.500 bis 16.000 Euro, für einen Bausatz zur Selbstmontage 30 bis 40 Prozent weniger, und für die reine Solartechnik eines Dachs mit 2,8 kWp rund 8.500 Euro Aufpreis. Für den elektrischen Anschluss beim Nachrüsten nennt dasselbe Portal 1.500 bis 3.000 Euro.
Die Module selbst sind der teure Teil. Semitransparente Glas-Glas-Module kosteten laut 42watt im Oktober 2026 im Onlinehandel etwa 1,10 bis 1,70 Euro je Watt Peak, ein Vielfaches opaker Standardmodule. Für die Bauform mit geschlossenem Dach und aufgesetzten Standardmodulen nennt photovoltaik.info im April 2026 etwa 1.200 bis 1.800 Euro je kWp für Module, Wechselrichter und Montage, zusätzlich zur Unterkonstruktion.
Umsatzsteuer und Einkommensteuer
Für Photovoltaikanlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden gilt nach § 12 Absatz 3 UStG ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent, einschließlich Speicher und Montage. Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 30. November 2023 klargestellt, dass bei Terrassenüberdachungen und Carports die PV-Anlage ein eigenes Wirtschaftsgut ist: Module, Wechselrichter und ihre Montage sind begünstigt, die tragende Unterkonstruktion bleibt mit 19 Prozent besteuert. Bei 8.000 Euro netto für das Tragwerk sind das 1.520 Euro Umsatzsteuer. Achte darauf, dass das Angebot beides getrennt ausweist; ein Angebot mit 0 Prozent auf alles widerspricht der Auffassung der Finanzverwaltung.
Einnahmen aus der Einspeisung sind nach § 3 Nummer 72 EStG einkommensteuerfrei, wenn die Anlage auf, an oder in einem Gebäude einschließlich Nebengebäuden höchstens 30 kWp je Wohneinheit hat und du insgesamt nicht mehr als 100 kWp betreibst. Ein Terrassendach am Wohnhaus fällt in der Regel darunter.
Rechenbeispiel: lohnt sich der Aufpreis?
Das Beispiel ist eine Modellrechnung mit groben Annahmen. Es vergleicht die Mehrkosten für die Solarmodule mit dem, was sie im Jahr einbringen, nicht die ganze Überdachung.
Variante 1, kleines Dach als Balkonkraftwerk. 12 Quadratmeter, 1,9 kWp, 10 Grad Süd, 800-Watt-Wechselrichter, im Modell rund 1.570 Kilowattstunden. Bei 50 Prozent Eigenverbrauch und 33 Cent Arbeitspreis, abgeleitet aus dem BDEW-Durchschnitt von rund 37 Cent abzüglich Grundpreis, ergibt das 785 × 0,33 = rund 260 Euro im Jahr. Bei Mehrkosten von 4.000 bis 8.000 Euro sind das 15 bis 30 Jahre.
Variante 2, größeres Dach als reguläre Anlage. 24 Quadratmeter, rund 3,7 kWp, 10 Grad Süd, im Modell mit 60-Prozent-Grenze rund 3.450 Kilowattstunden. Bei 35 Prozent Eigenverbrauch sind das rund 1.210 Kilowattstunden selbst genutzt, also rund 400 Euro, und rund 2.240 Kilowattstunden eingespeist zu 7,70 Cent, rund 170 Euro. Zusammen rund 570 Euro im Jahr. Bei 6.000 bis 9.000 Euro Mehrkosten für Module und Elektrik sind das 10 bis 16 Jahre.
Die Rechnung zeigt: Ein Solar-Terrassendach rechnet sich vor allem über die Größe und den Eigenverbrauch. Der Wert liegt zusätzlich in Dingen, die keine Kilowattstunde misst: Schatten im Sommer, weniger Hitze unter dem Dach als unter Klarglas, ein Dach, das ohnehin gebaut werden sollte. Wer nur Strom will, bekommt ihn mit Standardmodulen auf dem Hausdach deutlich günstiger.
So planst du ein Solar-Terrassendach
-
Ziel festlegen. Entscheide, ob es unter dem Dach hell bleiben soll oder der Ertrag zählt. Davon hängen Bauform und Transparenz ab, typisch sind 15 bis 40 Prozent freie Fläche.
-
Baurecht klären. Prüfe die Grenzen deiner Landesbauordnung, den Bebauungsplan, die Abstandsflächen und den Denkmalschutz. Ein Anruf beim Bauamt kostet nichts. Bei Wohnungseigentum brauchst du einen Beschluss der Gemeinschaft.
-
Schneelastzone und Höhe ermitteln. Mit diesen beiden Werten fragst du beim Hersteller nach einer Konstruktion, die für deinen Standort bemessen ist, einschließlich Schneeanhäufung an der Hauswand.
-
Module mit Zulassung wählen. Lass dir die Zulassung für Überkopfverglasung zeigen und prüfe, ob Modulgröße, Lagerung und Neigung abgedeckt sind.
-
Elektrischen Weg festlegen. Bis 2.000 Watt Peak als Balkonkraftwerk mit Einspeisesteckdose, darüber als reguläre Anlage mit Elektrofachbetrieb. Plane Kabelwege, Wechselrichterplatz und Leerrohre vorab.
-
Angebote vergleichen. Mindestens zwei Angebote mit getrennten Positionen für Tragwerk (19 Prozent) und PV-Anlage (0 Prozent), mit Zulassungsnummer, Statiknachweis und Angaben zum Dichtsystem.
-
Montieren und anschließen. Fundamente, Pfosten, Wandanschluss, Module, Dichtungen. Den elektrischen Anschluss übernimmt bei der regulären Anlage der Fachbetrieb, beim Balkonkraftwerk setzt eine Elektrofachkraft die Steckdose.
-
Registrieren. Innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister, bei regulären Anlagen nach dem Netzanschlussbegehren.
Checkliste für das Angebot
- Zulassung. Nummer und Geltungsdauer der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder des anderen Nachweises für die Überkopfverglasung, passend zu Modulgröße und Lagerung.
- Statik. Nachweis für deine Schneelastzone, deine Geländehöhe und die Windzone, mit Angabe, ob Schneeanhäufung an der Hauswand berücksichtigt ist.
- Glasaufbau. Dicke und Art beider Scheiben, Verbundfolie, Verhalten bei Bruch. Das Gewicht je Quadratmeter für die Statik.
- Leistung je Quadratmeter. Nennleistung und Fläche der Module, daraus Watt Peak je Quadratmeter. Die Transparenzangabe allein sagt nichts über den Ertrag.
- Dichtsystem. Wie Längs- und Querfugen abgedichtet werden, welche Profile verwendet werden, wie der Wandanschluss ausgeführt ist und welche Mindestneigung der Hersteller vorschreibt.
- Anschlussdosen und Kabel. Lage der Anschlussdosen, verdeckte Kabelführung in den Sparren, Schutz vor Wasser und UV-Licht.
- Steuer. Tragwerk und PV-Anlage in getrennten Positionen.
- Garantien. Produkt- und Leistungsgarantie der Module, Garantie auf die Konstruktion und, getrennt davon, Gewährleistung für die Dichtigkeit.
- Elektrik. Wechselrichter mit Nachweis nach VDE-AR-N 4105, Anschlussweg, wer die Anmeldung übernimmt.
Dichtigkeit, Garantie und Gewährleistung
Undichte Solar-Terrassendächer sind ein häufiger Grund für Ärger. Das Problem liegt selten im Modul, sondern im System dazwischen. Die Module liegen auf Sparren mit Dichtungsgummis; die Längsfugen dichtet das Sparrenprofil, die Querfugen zwischen zwei Modulen schließt ein Profil oder ein Dichtstoff. Wird zu fest oder zu locker geklemmt, ein Profil vergessen oder auf zu flacher Neigung gebaut, steht Wasser in den Fugen und findet seinen Weg nach unten.
Drei Stellen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Der Wandanschluss, an dem das Dach an die Hauswand stößt, muss so ausgeführt sein, dass kein Wasser hinter das Anschlussprofil läuft; sonst durchfeuchtet es die Wand. Die Rinne an der Vorderkante muss die Wassermenge eines Starkregens fassen. Und die Neigung muss mindestens den Wert erreichen, den der Hersteller des Systems vorschreibt; eine allgemeingültige Mindestneigung gibt es nicht.
Kondenswasser ist ein zweites Thema. An kalten, klaren Nächten kühlt die Glasunterseite unter den Taupunkt ab, und an der Unterseite bilden sich Tropfen, die auf Möbel fallen. Das ist kein Leck, sondern Physik, bei offenen Terrassendächern meist harmlos. In geschlossenen Glasanbauten oder Wintergärten gehören Lüftung und eine passende Konstruktion dazu.
Garantien unterscheiden sich. Die Leistungsgarantie eines Moduls sichert zu, dass es nach einer bestimmten Zahl von Jahren noch einen bestimmten Anteil seiner Leistung bringt; für Glas-Glas-Module bietet etwa Solarwatt nach Angaben eines Ratgebers bis zu 30 Jahre. Die Produktgarantie deckt Material- und Fertigungsfehler. Beide sagen nichts darüber, ob dein Dach dicht ist. Für die Dichtigkeit haftet, wer das Dach gebaut hat, im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung.
Diese Gewährleistung verjährt nach § 634a BGB bei Arbeiten an einem Bauwerk in fünf Jahren, sonst in zwei. Ob ein Terrassendach als Bauwerk gilt, hängt von der Ausführung ab; bei einer fest gegründeten, mit dem Haus verbundenen Konstruktion spricht viel dafür, bei einem Bausatz zur Selbstmontage hast du gegen niemanden einen Anspruch auf eine dichte Ausführung. Wer selbst baut, trägt das Risiko für Dichtigkeit und Statik allein.
Versicherung und Wartung. Ein Solar-Terrassendach ist Teil des Gebäudes und sollte in der Wohngebäudeversicherung angezeigt werden, die Photovoltaik je nach Vertrag zusätzlich in einer eigenen Police; was sinnvoll ist, erklärt der Guide zur PV-Versicherung. Reinige das Glas mit weichem Wasser und ohne scharfe Mittel nach Herstellerangaben, kontrolliere die Dichtungen und Rinnen einmal im Jahr und entferne Laub aus den Querfugen. Betreten darf man Glas-Glas-Module nicht.
Häufige Fehler beim Solar-Terrassendach
- Standardmodule als Eindeckung. Folge: keine Überkopfzulassung, im Bruchfall fallen Glasteile, Ärger mit Bauaufsicht und Versicherung. Lösung: Glas-Glas-Module mit passender Zulassung oder eine geschlossene Dachfläche.
- Statik einer Baumarktüberdachung vorausgesetzt. Folge: Durchbiegung, Glasbruch, im Extremfall Einsturz unter Schnee. Lösung: Konstruktion für Modulgewicht, Schneelastzone und Höhe bemessen lassen.
- Schnee vom Hausdach vergessen. Folge: Überlast an der Wandseite nach einem schneereichen Winter. Lösung: Schneeanhäufung in der Statik berücksichtigen, Schneefang auf dem Hausdach.
- Zu flache Neigung für den Ertrag. Folge: stehendes Wasser, Schmutzränder, Undichtigkeit. Lösung: Mindestneigung des Herstellers einhalten, besser 8 bis 10 Grad.
- Zu viele Module für ein Balkonkraftwerk. Folge: Mit 15 Quadratmetern bei 20 Prozent freier Fläche sind es rund 2,3 kWp, über der Grenze von 2.000 Watt Peak. Lösung: Teilfläche mit Klarglas oder regulärer Anschluss.
- Umsatzsteuer nicht aufgeteilt. Folge: 19 Prozent auf die Module oder Ärger bei einer Prüfung. Lösung: getrennte Positionen im Angebot.
- Verfahrensfrei mit genehmigungsfrei verwechselt. Folge: Rückbauforderung wegen Abstandsflächen oder Bebauungsplan. Lösung: Regeln vorab beim Bauamt klären.
Vergleich mit den Nachbarlösungen
Ein Solar-Terrassendach ist eine von mehreren Möglichkeiten, Nebenflächen am Haus für Photovoltaik zu nutzen. Der Solar-Carport ist der nächste Verwandte: gleiche flache Neigung, gleiche Fragen zu Dichtigkeit und Steuer, aber meist ohne Aufenthaltsfläche darunter und damit ohne Pflicht zur Überkopfverglasung, wenn die Module auf einer geschlossenen Dachfläche liegen. Planung, Kosten und Genehmigung stehen im Guide zum Solar-Carport.
Wer kein neues Dach bauen will, kann ein Balkonkraftwerk mit Standardmodulen auf ein vorhandenes Garagen- oder Flachdach stellen, mit Aufständerung und Ballast; das kostet einen Bruchteil, liefert je Quadratmeter mehr Strom und bleibt im vereinfachten Verfahren. Wie das sicher geht, erklärt der Guide zum Balkonkraftwerk auf dem Flachdach. Und wer ohnehin eine größere Anlage auf dem Hausdach plant, nutzt dort die günstigste Fläche je kWp und behandelt das Terrassendach als Zusatz.
Österreich und Schweiz
In Österreich regeln die neun Landesbauordnungen, ob eine Terrassenüberdachung bewilligungsfrei, anzeigepflichtig oder bewilligungspflichtig ist; die Grenzen für Fläche und Abstand unterscheiden sich stark. Frag vor der Planung bei der Baubehörde deiner Gemeinde nach. Für Überkopfverglasungen gelten auch in Österreich technische Anforderungen an das Glas; lass dir vom Hersteller den Nachweis für den Einsatz als Dacheindeckung zeigen.
Elektrisch ist ein kleines Terrassendach bis 800 Watt Engpassleistung je Netzbenutzer eine Mini-PV-Anlage mit Meldung beim Netzbetreiber, laut E-Control mindestens zwei Wochen vor der Inbetriebnahme. Größere Dächer werden regulär angemeldet. Auf Photovoltaikmodule fallen seit 1. April 2025 wieder 20 Prozent Umsatzsteuer an. Gefördert wurde 2026 über den EAG-Investitionszuschuss mit 150 Euro je kWp bis 10 kWp, höchstens 30 Prozent der förderfähigen Kosten; der dritte Fördercall 2026 endete am 22. Oktober, Termine für 2027 waren Anfang November noch nicht veröffentlicht.
In der Schweiz ist eine neue Terrassenüberdachung in der Regel ein bewilligungspflichtiges Bauvorhaben; welche Kleinbauten ohne Bewilligung erstellt werden dürfen, regeln Kanton und Gemeinde. Für genügend angepasste Solaranlagen auf Dächern genügt in Bau- und Landwirtschaftszonen nach Art. 18a des Raumplanungsgesetzes eine Meldung; die Überdachung selbst ist davon nicht erfasst. Reiche Überdachung und Solaranlage am besten in einem Gesuch ein.
Steckerfertige Anlagen sind nach der Mitteilung des Starkstrominspektorats ESTI auf 600 Watt AC je Bezügerleitung begrenzt; ein Terrassendach mit mehreren Kilowatt Peak ist deshalb eine fest installierte Anlage mit Meldung beim Verteilnetzbetreiber. Gefördert wird über die Einmalvergütung von Pronovo, für Anlagen unter 100 Kilowatt als kleine Einmalvergütung; wie hoch der Beitrag für dein Dach ausfällt, berechnest du unverbindlich im Tarifrechner von Pronovo. Für eingespeisten Strom gilt seit 2026 laut Swissolar für Anlagen bis 30 Kilowatt eine Minimalvergütung von 6 Rappen je Kilowattstunde. Auf die Anlage fällt die normale Mehrwertsteuer von 8,1 Prozent an.
Nächste Schritte
Häufige Fragen
Brauche ich für ein Terrassendach mit Solarmodulen eine Baugenehmigung?
Das regelt die Bauordnung deines Bundeslandes. In Bayern sind Terrassenüberdachungen bis 30 Quadratmeter verfahrensfrei, in Nordrhein-Westfalen bis 30 Quadratmeter und 4,50 Meter Tiefe, in Berlin bis 30 Quadratmeter und 3 Meter Tiefe, in Mecklenburg-Vorpommern bis 40 Quadratmeter. Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei: Bebauungsplan, Abstandsflächen und Standsicherheit gelten trotzdem.
Wie viel Strom erzeugt ein Solar-Terrassendach?
Pro Kilowatt Peak bei 10 Grad Südneigung in der Mitte Deutschlands laut PVGIS rund 950 Kilowattstunden im Jahr, in München rund 1.030, in Hamburg rund 900. Ein Dach mit 12 Quadratmetern und semitransparenten Modulen hat rund 1,9 kWp und erzeugt damit rund 1.800 Kilowattstunden, als Balkonkraftwerk mit 800 Watt Wechselrichter im Modell rund 1.570.
Was kostet ein Terrassendach mit Solarmodulen?
Ratgeber nennen für ein montiertes Solar-Terrassendach aus Aluminium mit 12 Quadratmetern Preise ab etwa 13.500 Euro, mit 24 Quadratmetern ab etwa 23.000 Euro (abgerufen im November 2026). Ein anderer Ratgeber beziffert 20 Quadratmeter in Komplettmontage auf 10.500 bis 16.000 Euro. Die Mehrkosten gegenüber einer normalen Glasüberdachung liegen nach diesen Angaben bei etwa 4.000 bis 8.500 Euro.
Kann ich normale Solarmodule als Terrassendach verwenden?
Nicht als Dacheindeckung über einer Aufenthaltsfläche. Glas, das mehr als 10 Grad gegen die Senkrechte geneigt ist, gilt als Überkopfverglasung und muss die Regeln der DIN 18008 erfüllen. Dafür brauchst du Glas-Glas-Module mit passendem Nachweis, etwa einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des DIBt, oder eine geschlossene Dachfläche, auf der normale Module liegen.
Darf ich ein Solar-Terrassendach als Balkonkraftwerk anschließen?
Ja, wenn die Module zusammen höchstens 2.000 Watt Peak haben und der Wechselrichter höchstens 800 Voltampere abgibt. Dann genügt die Registrierung im Marktstammdatenregister. Über 960 Watt Peak sieht die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 eine Einspeisesteckdose statt Schuko vor; größere Dächer werden als reguläre Anlage beim Netzbetreiber angemeldet.
Ist ein Terrassendach aus Solarmodulen dicht?
Nur mit einem Dichtsystem. Die Module liegen auf Sparren mit Dichtungen, die Fugen zwischen den Modulen werden mit Profilen oder Dichtstoff geschlossen. Ohne diese Teile läuft Wasser durch. Kritisch sind außerdem der Anschluss an die Hauswand und zu flache Neigungen, auf denen Wasser und Schmutz stehen bleiben.
Lohnt sich ein Solar-Terrassendach?
Als reine Stromquelle selten, weil semitransparente Glas-Glas-Module je Watt Peak ein Vielfaches opaker Module kosten. Wer ohnehin ein Glasdach bauen will, rechnet nur die Mehrkosten gegenüber Verbundsicherheitsglas; dann ergeben sich je nach Größe und Eigenverbrauch Amortisationszeiten von grob 10 bis 30 Jahren, große Dächer mit hohem Eigenverbrauch am unteren Ende.
Fällt auf ein Solar-Terrassendach Mehrwertsteuer an?
Auf die PV-Module, Wechselrichter und deren Montage gilt für Privatleute 0 Prozent. Die tragende Unterkonstruktion der Überdachung bleibt nach dem ergänzenden Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom November 2023 mit 19 Prozent besteuert. Das Angebot sollte beides getrennt ausweisen.
Wie viel Schnee muss ein Solar-Terrassendach tragen?
Das hängt von Schneelastzone und Höhe ab. In Zone 2 auf 300 Metern ergibt der Nationale Anhang zur DIN EN 1991-1-3 eine Dachlast von rund 0,71 Kilonewton je Quadratmeter, gut 70 Kilogramm, in Zone 3 auf 500 Metern rund 1,9 Kilonewton. Unter einem höheren Hausdach kann sich zusätzlich Schnee anwehen oder abrutschen; das gehört in die Statik.
Quellen
- BayBO Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g: verfahrensfreie Terrassenüberdachungen
- Merkblatt Terrassenüberdachungen aus bauordnungsrechtlicher Sicht (§ 62 und § 6 BauO NRW)
- BauO Bln § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g: Terrassenüberdachungen (Gesamtausgabe, Stand Gesetz vom 09.07.2026)
- LBauO M-V § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g: Terrassenüberdachungen (Gesamtausgabe, Stand Gesetz vom 08.07.2026)
- Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-70.3-199: PV-Module Vision 36M glass, Vision 60M construct, Panel vision GM 3.0 construct (26.08.2025)
- PVGIS 5.3: Jahres- und Monatswerte je kWp, 0 bis 35 Grad, Süd, Ost, West und Nord, SARAH3 2005 bis 2023; Stundenwerte 2014 bis 2023
- UStG § 12 Abs. 3: Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen
- Finanzverwaltung präzisiert Nullsteuersatz für Photovoltaik-Anlagen weiter (08.12.2023)
- EStG § 3 Nr. 72: Steuerbefreiung kleiner Photovoltaikanlagen
- EEG § 8: Netzanschluss, Abs. 5a Steckersolargeräte
- EEG § 9 Abs. 2: Begrenzung der Einspeisung auf 60 Prozent
- MaStRV § 5: Registrierung innerhalb eines Monats
- DGS-Arbeitshilfe: EEG-Vergütungssätze ab 1. August 2026
- Gesetzentwurf der Bundesregierung zum EEG 2027 (29.07.2026)
- BGB § 634a: Verjährung der Mängelansprüche beim Werkvertrag
- DKE: Normauslegung zur DIN VDE V 0126-95 (17.12.2025)
- LG Köln, Urteil vom 09.05.2025, 18 O 254/23: unzureichende Ballastierung einer PV-Anlage
- Schneelast: Zonen, Formeln und Modulbelastbarkeit (19.06.2026)
- Erfassung des Schneesacks bei Höhensprüngen an Dächern nach EN 1991-1-3 (aktualisiert 10.10.2024)
- Solar-Terrassendach: Kosten, Gewicht, Statik (11.09.2026)
- Solarterrasse 2026: Preise, Stromertrag und Vergleich
- Terrassenüberdachung mit Solarmodulen (22.04.2026)
- Transparente Solarmodule 2026: VLT, Hersteller, Preise (02.10.2026)
- BDEW-Strompreisanalyse (Oktober 2026)
- EAG-Investitionszuschuss Photovoltaik und Speicher
- Steuersatz für Photovoltaikmodule
- E-Control: Anschluss von Kleinsterzeugungsanlagen (Mini-PV-Anlagen)
- ESTI-Mitteilung 7/2014: Plug-&-Play-Photovoltaikanlagen
- Pronovo: Einmalvergütung (EIV)
- Swissolar veröffentlicht Neuregelungen für Photovoltaik-Anlagen 2026 (12.01.2026)
- Raumplanungsgesetz (RPG) Art. 18a: Solaranlagen
- Schweizer Mehrwertsteuersätze
Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind die Vorgaben deines Netzbetreibers und deiner Kommune.