Solaranlage

Solar-Carport: Kosten, Genehmigung und Ertrag 2026

Ein Solar-Carport trägt 3 bis 8 kWp und erzeugt rund 900 kWh je kWp. Kosten, Baugenehmigung nach Landesbauordnung, Steuer, Ertrag und Regeln in AT und CH.

Von Voltgeber Redaktion Aktualisiert Zuletzt geprüft 10 Min. Lesezeit Gilt für DeutschlandÖsterreichSchweiz
Solar-Carport: Kosten, Genehmigung und Ertrag 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Einzelcarport von etwa 3 mal 5 Metern trägt 7 bis 8 Module mit zusammen 3 bis 3,5 kWp, ein Doppelcarport 6 bis 6,5 kWp.
  • Bei 5 Grad Dachneigung nach Süden liefert ein Carportdach in Mitteldeutschland laut PVGIS rund 920 kWh je kWp und Jahr, ein steiles Süddach etwa 1.030 kWh.
  • Für die Photovoltaik gilt 0 Prozent Umsatzsteuer, für das Tragwerk des Carports dagegen 19 Prozent; die Rechnung sollte beides getrennt ausweisen.
  • In Bayern sind Garagen und überdachte Stellplätze bis 50 Quadratmeter außerhalb des Außenbereichs verfahrensfrei, in Nordrhein-Westfalen seit 1. September 2026 ebenfalls bis 50 statt bisher 30 Quadratmeter.
  • Für Anlagen bis 10 kWp mit Teileinspeisung zahlt der Netzbetreiber bei Inbetriebnahme zwischen August und Dezember 2026 7,70 Cent je eingespeister Kilowattstunde.

Ein Solar-Carport ist ein Carport mit Solardach: Die Module bilden die Überdachung oder liegen auf dem Carportdach. Ein Einzelcarport trägt etwa 3 bis 3,5 kWp und erzeugt in Mitteldeutschland laut PVGIS rund 2.700 bis 3.200 kWh im Jahr, ein Doppelcarport etwa das Doppelte. Ein Komplettset mit 3 bis 5 kWp kostet mit Montage und Speicher laut ADAC (Stand September 2026) etwa 9.000 bis 18.000 Euro. Eine Baugenehmigung ist bei kleinen Carports oft nicht nötig.

Was ein Solar-Carport ist und welche Bauformen es gibt

Hinter den Begriffen Solar-Carport, PV-Carport und Solar Power Carport stecken drei verschiedene Lösungen: das Carport-Solardach als tragendes Komplettsystem, das Carport mit Solardach auf einer geschlossenen Dachfläche und Solar auf einem bestehenden Carport. Sie unterscheiden sich bei Kosten, Dichtigkeit und Steuer.

Bauform Aufbau Typisch für
Solar-Carport als Komplettsystem Module sind das Dach, Tragwerk aus Stahl, Aluminium oder Holz Neubau, Wunsch nach schlanker Optik
Carport mit Solardach auf geschlossener Dachfläche Trapezblech oder Platten als Dach, Module auf Schienen darüber trockenes Parken, Nachrüstung
Solar auf bestehendem Carport vorhandenes Carport, Module nachträglich montiert nur bei ausreichender Statik

Beim Komplettsystem tragen Glas-Glas-Module die Überdachung. Das sieht leicht aus, ist aber nur dicht, wenn der Hersteller Dichtprofile oder Rinnen zwischen den Modulen vorsieht. Ohne sie tropft es durch die Fugen. Beim Carport mit geschlossener Dachfläche liegt eine Blech- oder Plattendeckung unter den Modulen, montiert mit Schienen wie auf einem Hausdach. Wie diese Unterkonstruktion aufgebaut ist, steht im Guide zum PV-Montagesystem.

Die dritte Variante, Solar auf dem vorhandenen Carport, scheitert oft an der Statik. Module samt Unterkonstruktion wiegen laut ADAC etwa 15 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter, dazu kommt die Schneelast. Leichte Bausatzcarports aus Holz sind dafür häufig nicht ausgelegt. Lass die Tragfähigkeit vom Hersteller des Carports oder von einem Statiker bestätigen, bevor du Module bestellst.

Wie viel kWp passen auf einen Carport?

Ein Standardmodul misst etwa 1,7 mal 1,1 Meter und leistet rund 430 bis 450 Watt Peak. Daraus ergeben sich für übliche Carportgrößen diese Werte:

Carport Dachfläche Module Leistung Jahresertrag Mitteldeutschland, 5 Grad Süd
Einzelcarport 3 x 5 m 15 m² 7 bis 8 3,0 bis 3,5 kWp rund 2.700 bis 3.200 kWh
Doppelcarport 6 x 5 m 30 m² 14 bis 15 6,0 bis 6,5 kWp rund 5.500 bis 6.000 kWh
großer Doppelcarport 6 x 6,5 m 39 m² 18 etwa 7,7 kWp rund 7.000 kWh

Die Erträge beruhen auf PVGIS mit 920 kWh je kWp für 5 Grad Südneigung bei 51 Grad nördlicher Breite und 14 Prozent Systemverlusten. In Norddeutschland liegen die Werte etwa 5 Prozent niedriger, in Süddeutschland 8 bis 10 Prozent höher.

Ertrag: Was die flache Neigung kostet

Carportdächer sind fast flach, meist mit 3 bis 10 Grad Gefälle für den Wasserablauf. Das kostet gegenüber einem steilen Süddach Ertrag, aber weniger als oft vermutet. PVGIS liefert für einen Standort in der Mitte Deutschlands (51 Grad Nord, 10 Grad Ost) diese Jahreserträge je kWp:

Neigung und Ausrichtung Ertrag je kWp und Jahr im Vergleich zu 35 Grad Süd
0 Grad (waagerecht) 879 kWh 85 Prozent
5 Grad Süd 917 kWh 89 Prozent
10 Grad Süd 950 kWh 92 Prozent
15 Grad Süd 977 kWh 94 Prozent
5 Grad Ost oder West 877 kWh 85 Prozent
35 Grad Süd (Hausdach zum Vergleich) 1.034 kWh 100 Prozent

Zwei Folgen für die Planung: Bei flacher Neigung spielt die Himmelsrichtung kaum noch eine Rolle, ein nach Osten oder Westen geneigter Carport verliert gegenüber Süd nur wenige Prozent. Und unter 10 Grad bleiben Schmutz und Laub länger liegen, weil der Regen die Module schlechter abspült. Ein Gefälle von 7 bis 10 Grad ist ein guter Kompromiss zwischen Ertrag, Selbstreinigung und Bauhöhe.

Ein Doppelcarport mit 6 kWp erzeugt rechnerisch mehr Strom im Jahr, als ein E-Auto für 10.000 Kilometer braucht.

Kosten eines Solar-Carports

Den größten Posten bildet beim Komplettsystem oft das Tragwerk mit Fundament, nicht die Photovoltaik. Der ADAC hat im September 2026 diese Netto-Richtwerte für einen Carport mit 3 bis 5 kWp veröffentlicht:

Posten Kosten (netto, Stand September 2026)
Carport-Tragwerk mit Fundament (2 Stellplätze) 5.000 bis 10.000 Euro
Bausatz aus Holz oder Aluminium 2.000 bis 5.000 Euro
Module und Unterkonstruktion, 3 bis 5 kWp 1.800 bis 4.000 Euro
Wechselrichter 900 bis 1.200 Euro
Montage und Anschluss 3.100 bis 5.800 Euro
Speicher 5 bis 10 kWh (optional) 1.500 bis 4.500 Euro
Wallbox (optional) 200 bis 2.000 Euro

Einen Bausatz ohne Speicher und Montage beziffert der ADAC auf etwa 4.500 bis 9.000 Euro, ein Komplettset mit Montage und Speicher auf etwa 9.000 bis 18.000 Euro, mit zusätzlicher Wallbox auf 15.000 bis 30.000 Euro. Die Spanne ist groß, weil Fundament, Material und Optik stark variieren. Ein Stahlcarport mit Glas-Glas-Modulen und Regenrinne kostet deutlich mehr als ein Holzbausatz mit Trapezblech und aufgesetzten Modulen. Für Speicherpreise im Detail siehe den Guide zum Stromspeicher mit 10 kWh.

Umsatzsteuer: 0 Prozent nur für die Photovoltaik

Seit 2023 gilt für Photovoltaikanlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent, auch für Speicher und Montage (§ 12 Absatz 3 UStG). Ein Carport neben dem Wohnhaus fällt darunter. Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 30. November 2023 aber klargestellt: Bei Solarcarports ist die Photovoltaik ein eigenes Wirtschaftsgut. Module, ihre Halterungen und die zugehörigen Leistungen sind mit 0 Prozent begünstigt, die primäre Unterkonstruktion des Carports bleibt mit 19 Prozent besteuert. Achte darauf, dass das Angebot beide Teile getrennt ausweist.

Einkommensteuer

Einnahmen aus Photovoltaikanlagen auf, an oder in Gebäuden einschließlich Nebengebäuden sind nach § 3 Nummer 72 EStG einkommensteuerfrei, wenn die Anlage höchstens 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit hat und du insgesamt nicht mehr als 100 kWp betreibst. Ein Carport am Wohnhaus gilt in der Regel als Nebengebäude. Du musst die Einspeisevergütung also nicht versteuern.

Brauche ich eine Baugenehmigung für den Solar-Carport?

Ob ein Carport genehmigt werden muss, regelt die Bauordnung deines Bundeslandes. Die Grenzen für verfahrensfreie Garagen und überdachte Stellplätze unterscheiden sich:

Bundesland Verfahrensfrei Quelle und Stand
Bayern bis 50 m² Fläche, nicht im Außenbereich Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 b BayBO
Nordrhein-Westfalen bis 50 m² Brutto-Grundfläche insgesamt, mittlere Wandhöhe bis 3 m, nicht im Außenbereich § 62 Abs. 1 Nr. 1 b BauO NRW 2018, seit 1. September 2026 (vorher 30 m²)
übrige Länder je nach Land etwa 30 bis 60 m² Landesbauordnung, beim Bauamt prüfen

Die Fläche bezieht sich in NRW auf alle Garagen und überdachten Stellplätze des Grundstücks zusammen, nicht auf einen einzelnen Carport. Aufgeständerte Module zählen zur Bauhöhe; wer mit Modulen über die erlaubte Wandhöhe kommt, verliert unter Umständen die Verfahrensfreiheit. Solaranlagen auf Dachflächen sind in den Landesbauordnungen dagegen in der Regel verfahrensfrei.

Verfahrensfrei heißt nicht, dass keine Regeln gelten. Du musst auch ohne Bauantrag einhalten:

  • Festsetzungen im Bebauungsplan, etwa Baugrenzen, Dachform oder Gestaltung,
  • Abstandsflächen und die Regeln für Grenzbebauung,
  • Denkmalschutz und Gestaltungssatzungen,
  • die Standsicherheit gegen Schnee und Wind.

Ein kurzer Anruf beim Bauamt vor der Bestellung kostet nichts und erspart Rückbauforderungen.

So planst du einen Solar-Carport

  1. Bebauungsplan und Landesbauordnung prüfen. Frag beim Bauamt nach, ob dein Carport verfahrensfrei ist und welche Festsetzungen gelten. Klär die Grenzbebauung mit dem Nachbarn, falls der Carport an der Grundstücksgrenze steht.

  2. Bauform wählen. Entscheide, ob du Solar für den Carport als Komplettsystem kaufst und die Module das Dach bilden oder auf einer geschlossenen Dachfläche liegen. Wer trocken parken will, braucht Dichtprofile oder eine Unterdeckung.

  3. Statik und Fundament festlegen. Das Tragwerk muss Modulgewicht, Schnee- und Windlast deines Standorts tragen. Seriöse Anbieter legen einen Standsicherheitsnachweis für deine Schneelastzone bei.

  4. Elektrik planen. Der Weg vom Carport zum Zählerschrank bestimmt einen Teil der Kosten. Plane Leerrohre für eine spätere Wallbox und eine Speichererweiterung gleich mit.

  5. Angebote vergleichen. Lass dir Tragwerk (19 Prozent Umsatzsteuer) und Photovoltaik (0 Prozent) getrennt ausweisen. Vergleiche Preis je kWp, Modulgarantie und Lieferumfang inklusive Regenrinne.

  6. Netzanschluss anmelden. Der Elektrofachbetrieb stellt das Netzanschlussbegehren beim Netzbetreiber. Für Anlagen bis 30 kW muss der Netzbetreiber spätestens innerhalb eines Monats antworten; versäumt er die Frist, darf die Anlage nach den Anschlussregeln am vorhandenen Hausanschluss angeschlossen werden.

  7. Im Marktstammdatenregister registrieren. Nach der Inbetriebnahme hast du einen Monat Zeit für den Eintrag bei der Bundesnetzagentur, Speicher als eigene Einheit.

Einspeisung, Eigenverbrauch und E-Auto

Für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, zahlt der Netzbetreiber bei Teileinspeisung 7,70 Cent je Kilowattstunde, bei Volleinspeisung 12,22 Cent. Die Sätze gelten 20 Jahre. Für Anlagen ab 2027 berät der Bundestag eine EEG-Novelle, die die feste Vergütung für neue kleine Anlagen durch eine befristete Übergangszahlung ersetzen soll; Details dazu stehen im Guide zur PV-Anlage mit 10 kWp und Speicher.

Weil die Einspeisevergütung weit unter dem Strompreis liegt, lohnt sich ein Solar-Carport vor allem über den Eigenverbrauch. Das E-Auto ist dafür der passende Verbraucher, aber nur, wenn es tagsüber unter dem Carport steht. Ein Auto, das morgens um sieben wegfährt und abends um sechs zurückkommt, lädt im Winter fast nur Netzstrom und im Sommer nur am Wochenende Sonne. Für Pendler bringt ein Speicher mehr oder ein Arbeitgeber, bei dem das Auto tagsüber lädt. Eine Wallbox mit Überschussladen passt die Ladeleistung an die aktuelle Erzeugung an.

Wer nur ein kleines Carport- oder Garagendach hat, kann statt einer festen Anlage auch ein Balkonkraftwerk aufstellen. Bis 2.000 Watt Peak Modulleistung und 800 Voltampere Wechselrichterleistung genügt die vereinfachte Anmeldung, ein Elektriker ist je nach Steckerlösung nicht nötig. Wie das auf flachen Dächern funktioniert, steht im Guide zum Balkonkraftwerk auf dem Flachdach; was ein Steckersolargerät beim Autoladen leisten kann, im Guide zum Auto laden mit dem Balkonkraftwerk.

Speicher und Wallbox: Was zum Solar-Carport passt

Ein Solar-Carport mit 3 bis 4 kWp erzeugt an einem klaren Sommertag 15 bis 20 kWh. Ein Speicher mit 5 kWh nimmt den Mittagsüberschuss eines normalen Haushalts weitgehend auf; mehr lohnt sich meist erst, wenn der Carport mit einer Dachanlage zusammenarbeitet oder ein E-Auto abends geladen wird. Wie groß der Speicher sein sollte und was er pro Jahr bringt, rechnet der Speicher-Guide vor. Bei der Wallbox lohnt eine Variante mit Überschussladen, die die Ladeleistung an den Solarertrag anpasst; ohne diese Funktion lädt das Auto auch bei Wolken mit voller Leistung und zieht dann Netzstrom.

Plane die Elektrik so, dass Carport-Anlage und Hausdach später einen gemeinsamen Wechselrichter oder Speicher nutzen können. Zwei getrennte Anlagen mit eigener Messung und eigenem Speicher sind teurer und schwerer zu steuern.

Häufige Fehler beim Solar-Carport

  • Dichtigkeit vorausgesetzt. Module mit offenen Fugen sind kein dichtes Dach. Frag ausdrücklich nach Dichtprofilen und Regenrinne.
  • Statik des Bestandscarports geschätzt. Ein Holzcarport, der seit Jahren Schnee trägt, trägt nicht automatisch zusätzlich Module.
  • Steuer falsch angesetzt. Ein Angebot, das den gesamten Carport mit 0 Prozent abrechnet, widerspricht der Auffassung der Finanzverwaltung. Das Risiko trägt am Ende auch der Käufer.
  • Verschattung übersehen. Bäume, Hauswand und Nachbargebäude werfen bei flacher Wintersonne lange Schatten. Ein Carport im Hausschatten liefert von November bis Februar kaum Strom.
  • Kabelweg unterschätzt. Ein Carport am Ende der Einfahrt braucht eine lange Leitung zum Zählerschrank, oft mit Erdarbeiten.

Österreich und Schweiz

In Österreich regeln die neun Landesbauordnungen, ob ein Carport bewilligungsfrei, anzeigepflichtig oder bewilligungspflichtig ist; die Grenzen unterscheiden sich stark. Frag vor der Planung bei der Baubehörde deiner Gemeinde nach. Die Photovoltaikanlage meldest du vor der Errichtung beim Netzbetreiber an, der den Netzzugang bestätigt.

Der Nullsteuersatz für Photovoltaikmodule ist nach Angaben des Finanzministeriums grundsätzlich am 31. März 2025 ausgelaufen; seit dem 1. April 2025 gilt für neue Verträge wieder 20 Prozent Umsatzsteuer. Gefördert wird über den EAG-Investitionszuschuss: 2026 gab es 150 Euro je kWp bis 10 kWp und 150 Euro je kWh Speicher, höchstens 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Der letzte Fördercall 2026 endete am 22. Oktober 2026; die Termine für 2027 waren Anfang November noch nicht veröffentlicht.

In der Schweiz ist ein neuer Carport ein Bauvorhaben, für das die Gemeinde in der Regel eine Baubewilligung verlangt. Für genügend angepasste Solaranlagen auf Dächern genügt nach Art. 18a des Raumplanungsgesetzes ein Meldeverfahren; ob ein Carportdach darunter fällt, entscheidet der Kanton. Frag bei der Gemeinde nach, ob du Carport und Solaranlage in einem Gesuch einreichen kannst.

Gefördert wird über die Einmalvergütung von Pronovo. Für angebaute Anlagen bis 30 kW nennen der Pronovo-Rechner und Fachportale rund 360 Franken je kW (Stand November 2026); prüfe den aktuellen Satz im Rechner. Seit 2026 gilt für eingespeisten Strom aus Anlagen bis 30 kW eine Minimalvergütung von 6 Rappen je Kilowattstunde. Einen Nullsteuersatz wie in Deutschland gibt es nicht.

Nächste Schritte

Häufige Fragen

Was kostet ein Solar-Carport?

Ein Komplettset für einen Carport mit 3 bis 5 kWp kostet laut ADAC (September 2026) mit Montage und Speicher etwa 9.000 bis 18.000 Euro, mit zusätzlicher Wallbox 15.000 bis 30.000 Euro. Den größten Einzelposten bildet oft das Tragwerk mit Fundament, nicht die Photovoltaik.

Braucht ein Solar-Carport eine Baugenehmigung?

Das regelt die Landesbauordnung. Kleine Carports sind in vielen Ländern verfahrensfrei, in Bayern und seit September 2026 auch in Nordrhein-Westfalen etwa bis 50 Quadratmeter außerhalb des Außenbereichs. Verfahrensfrei heißt aber nicht regelfrei: Bebauungsplan, Abstandsflächen und Denkmalschutz gelten trotzdem.

Wie viel Strom erzeugt ein Solar-Carport?

Pro kWp etwa 850 bis 1.000 kWh im Jahr, je nach Region, Neigung und Ausrichtung. Ein Doppelcarport mit 6 kWp kommt in Mitteldeutschland laut PVGIS bei 5 Grad Südneigung auf rund 5.500 kWh.

Ist ein Solar-Carport dicht?

Nicht automatisch. Liegen die Module mit Fugen direkt als Dach, läuft ohne Dichtprofile oder Rinnen Wasser durch. Wer trocken parken will, wählt ein System mit Dichtungsprofilen oder eine geschlossene Dachfläche unter den Modulen.

Fällt für einen Solar-Carport Mehrwertsteuer an?

Für Module, Wechselrichter, Speicher und deren Montage gilt beim Kauf durch Privatleute 0 Prozent. Die tragende Unterkonstruktion des Carports bleibt nach dem BMF-Schreiben vom 30. November 2023 mit 19 Prozent besteuert.

Kann ich auf mein bestehendes Carport Solarmodule setzen?

Nur wenn die Statik das zusätzliche Gewicht trägt: Module samt Unterkonstruktion wiegen laut ADAC etwa 15 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter, dazu kommt die Schneelast. Viele leichte Holz- oder Bausatzcarports haben dafür keine Reserve. Ein Statiker oder der Hersteller des Carports muss das bestätigen.

Reicht ein Solar-Carport zum Laden eines E-Autos?

Über das Jahr gerechnet oft ja: 10.000 Kilometer brauchen etwa 1.500 bis 2.000 kWh, ein Doppelcarport erzeugt mehr. Entscheidend ist aber, ob das Auto tagsüber zu Hause steht. Wer erst abends lädt, braucht einen Speicher oder lädt überwiegend Netzstrom.

Quellen

  1. BayBO Art. 57: verfahrensfreie Bauvorhaben Bayerische Staatskanzlei, abgerufen am 04.11.2026
  2. Drittes Gesetz zur Änderung der Landesbauordnung 2018 NRW, beschlossen am 15.07.2026 (Vorabdruck 18/145) Landtag Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 04.11.2026
  3. UStG § 12 Abs. 3: Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  4. EStG § 3 Nr. 72: Steuerbefreiung kleiner Photovoltaikanlagen Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  5. EEG § 8: Netzanschluss Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  6. MaStRV § 5: Registrierung innerhalb eines Monats Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 04.11.2026
  7. DGS-Arbeitshilfe: EEG-Vergütungssätze ab 1. August 2026 Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, abgerufen am 04.11.2026
  8. PVGIS: Photovoltaic Geographical Information System (SARAH3, 2005 bis 2023) Europäische Kommission, Joint Research Centre, abgerufen am 04.11.2026
  9. Ergänzendes BMF-Schreiben zum Nullsteuersatz auf PV-Anlagen (30.11.2023) Zentralverband des Deutschen Handwerks, abgerufen am 04.11.2026
  10. Lohnt sich ein Solar-Carport? Kosten, Erträge und Förderung (01.09.2026) ADAC, abgerufen am 04.11.2026
  11. EAG-Investitionszuschuss Photovoltaik und Speicher EAG-Förderabwicklungsstelle, abgerufen am 04.11.2026
  12. Steuersatz für Photovoltaikmodule Bundesministerium für Finanzen Österreich, abgerufen am 04.11.2026
  13. Kanton St. Gallen: Erläuterungen zum Meldeformular für Solaranlagen (Art. 18a RPG, Art. 32a RPV) Kanton St. Gallen, abgerufen am 04.11.2026
  14. Swissolar veröffentlicht Neuregelungen für Photovoltaik-Anlagen 2026 (12.01.2026) pv magazine, abgerufen am 04.11.2026
  15. Pronovo: Förderung von Photovoltaikanlagen Pronovo AG, abgerufen am 04.11.2026

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